New Zealand 2014


 

24. – 25.03.2014 (Montag, Dienstag) > Lengerich – Frankfurt – Singapore <
Es geht wieder los, schon wieder sind 2 Jahre rum. Das Ziel heißt Aotearoa, was übersetzt aus der Maorisprache „Land der langen weißen Wolke“ bedeutet, wir sagen kurz und bündig Neuseeland, wobei mir Aotearoa viel besser gefällt. Die Reise beginnt mit einem Zwischenstopp in Singapore.

Am Morgen machen mich die ständigen Nachrichten über drohende Streiks von Verdi an auch allen Flughäfen total raschelig. Schließlich sitze ich um 15:30 h im Auto und beginne den Weg gen Frankfurt. Die A 1 ist voll aber ohne Staus. Auf der A 45 gerate ich in den Höhenlagen des Sauerlandes in einen Schneesturm und auch rundherum ist alles weiß. Hier werden die großen Brücken alle saniert, entsprechend ist die Verkehrsregulierung mit ständigen Geschwindigkeitsreduzierungen. Aber nach einem Tankstopp trudele ich um 18:45 h nach 330 km im Parkhaus des Terminals 1 ein. Freie Plätze sind auf Ebene 10 genügend vorhanden. Der Weg ins eigentliche Terminal zieht sich endlos und prompt gerate ich in eine Verdi-Demo mit lauten Sprüchen und sogar Gesang. Terminal 1 ist mir absolut unbekannt und ich muss fragen, wo die Schalter von Singapore Airlines sind. Keine große Warteschlange und mit 22,4 kg laut Flughafenwaage liege ich absolut unter dem Limit von 30 kg Freigepäck. Nach dem Rucksackgewicht fragt keiner. Die nette Dame teilt mir noch mit, dass gerade mal rund 100 Leute den Flug antreten werden. Bereits im Internet hatte ich mir meinen Sitzplatz 43 C (Gangplatz 2er-Gruppe) reserviert. Die Sicherheitskontrolle ist problemlos, einzig meine Gürtelschnalle piept. Der Duty free enttäuscht mich, die haben nicht mehr mein Lieblingsparfüm. Als Trost gönne mir für sagenhafte 4,90 € 2 Kugeln Eis von Hägen Dasz.

Pünktlich um 20:55 h wird mit dem Boarding begonnen. Es kommt eine Boing 777-300 zum Einsatz. Ich sitze alleine und mache mich mit den Gepflogenheiten von SIA bekannt, die doch sehr unterschiedlich zu Qantas sind. Die Sitze sind breiter, die Beinfreiheit ist größer, der Monitor in der Rückenlehne des Vordersitzes ist auch größer. Nur das Panel für die ganzen Bedienelemente finde ich gewöhnungsbedürftig. Pünktlich um 21:55 h dockt SQ 325 ab und der Flug startet. Zum Abendessen wähle ich Hühnchen mit ganz vielen Zutaten und oh Wunder, es gibt Metallbesteck und nichts mehr aus Plastik. Beim Essen schaue ich mir den Film „Gravity“ mit Sandra Bullock und George Clooney an, für die technischen Spielereien hat er 7 Oscars abgeräumt. Mir fallen die Augen zu und ich nutze die Gelegenheit, mich lang zu machen, wenn auch nur über 2 Sitze, aber ich komme auf gute 6 Stunden Schlaf. Auch bei der morgendlichen Katzenwäsche fallen mir diverse Unterschiede im Waschraum positiv im Vergleich zu Qantas auf. Danach gönne ich mir noch „12 Years a Slave“, grausam, kann ich nur urteilen aber immerhin 11 Oscars. Das Personal ist sehr freundlich, da konnte ich allerdings auch bei Qantas nie meckern. 17:00 h Ortszeit ist nach 10599 Flugkilometern touch down; die Passkontrolle dauert ewig.

Mein Versuch am ATM Geld zu ziehen, scheitert kläglich, muss an meiner Blödheit liegen, die Anweisungen sind aber auch etwas gewöhnungsbedürftig. Also auf zum SIA Stopover-Schalter. Dort bekomme ich Gutscheine für alles und nichts und nach 15 Minuten Wartezeit werde ich mit weiteren Reisenden in einem Minibus in die Stadt gefahren. Erneut verblüfft mich, wie sich Singapore in den letzten 8 Jahren verändert hat. Wo seinerzeit noch Wasser war, steht ein Hochhaus neben dem nächsten. Bereits bei der Landung hatte ich das berühmte Marina Bay Sands Hotel und das Riesenrad gesehen. Nun führt ein 5spuriger (in jeder Richtung) Tunnel kilometerlang unter dem Hafenbecken hindurch und kommt hinter dem Hotel am Containerterminal wieder ans Licht. Das Einchecken im Hotel Riverview ist problemlos, aufgrund des Stopover-Programms bekomme ich auf Mahlzeiten und sonstige Hotelleistungen 50 % Rabatt. Meine vorsichtige Frage nach einem Tagespreis für den Abflugtag ergibt eine Verlängerung der Auscheckzeit auf 14 h ohne Mehrkosten; Abholung ist um 16:20 h, damit kann ich bequem leben. Das Zimmer ist sehr schön mit Aussicht auf den Singapore River. Kurz die Klamotten gewechselt, wir haben 30°Grad, und auf zu ersten Erkundungen entlang des Flusses. Vor allem bin ich auf Wasser aus, für 3 Singapore $ (1,50 €) kaufe ich 2 ltr. für Morgen. Im Hotel tausche ich schließlich und endlich Geld und dann reicht es mir. Ich gehe schwimmen, der Pool liegt unter freiem Himmel im 5. Stock und ich bin völlig allein im ca. 28°Grad warmen Wasser.

Singapore als Stadtstaat ist übrigens gar nicht so alt, er wurde erst 1819 gegründet und ist seit 1965 unabhängige Republik mit heute rund 5,3 Mio. Einwohnern. Die Entwicklung ist erstaunlich. Alles ist sehr sauber und viele für uns selbstverständliche Dinge sind hier verboten (z.B. Rauchen und Kaugummikauen auf der Straße).
Webadressen:
https://www.yoursingapore.com/content/traveller/en/experience.html
https://www.riverview.com.sg/
Wetter: wolkig, 30° Grad

 Hotel Riverview, Singapore

 Blick aus dem Hotelfenster

 
26.03.2014 (Mittwoch) > Singapore <
Den Wecker habe ich auf 7 h gestellt, geschlafen gut, obwohl die Klimaanlage auf 25° Grad stand, war es mir etwas zu kalt. Das Frühstück läßt keine Wünsche offen, ein Mix aus Europa/Amerika/Asien, nur der Kaffee ist einfach scheußlich, selbst unser Mokka ist schwach dagegen.

Da die meisten Sehenswürdigkeiten bereits ab 8:30 h geöffnet haben, der SIA-Hop-on-Hop-off-Bus aber erst ab ca. 9:30 h vom Hotel gegenüber fährt, schnappe ich mir ein Taxi und fahre zum Jurong Bird Park. Aufgrund des gekauften SIA-Stopover-Programms habe ich für alle von mir geplanten Besichtigungen freien Eintritt, einzig die Gutscheine gilt es gegen Eintrittskarten zu tauschen. Obwohl es noch recht früh am Morgen ist und ich mich klamottenmäßig angepasst habe, kommt mir der Schweiß aus allen Poren. Letztendlich muss ich nach Monaten Pause sogar zu meinen Kreislauftropfen greifen. Was so ein bisschen Alkohol dann bewirkt, ist immer wieder erstaunlich. Wenn ich länger hier bliebe, wäre ich wohl innerhalb von Tagen bei meinem Idealgewicht. Jedenfalls fängt die Hose im Laufe des Tages an zu rutschen, weil ich auf den Gürtel verzichtet habe und hängt auf halb acht. Im Vogelpark beeindrucken mich vor allem die großen Freiflugvolieren, auf den Kopf gemacht hat mir aber keiner der Einwohner. Einzig die im Reiseführer genannten Kiwis (nicht die kleinen braunen Früchte, auch nicht die Neuseeländer selbst, die sich so nennen, sondern der des Fliegens nicht mächtige nachtaktive Vogel) habe ich nicht gefunden.

Vom Bird Park fahre ich erneut mit dem Taxi, weil soweit der SIA-Bus nicht fährt, zum botanischen Garten, hier zieht es mich zum Orchideenpark. Die Taxifahrer sind übrigens äußerst neugierig und fragen Löcher in den Bauch. Dieser letzte Fahrer wollte alles über Hitler!!! von mir wissen. Er war übrigens der Meinung, dass dieser jüdische Eltern gehabt habe. In allen Taxen kann man problemlos mit Plastikgeld bezahlen, das wünsche ich mir zu Hause auch. All das, was wir zu Hause mühsam in Gewächshäusern hochpäppeln, wächst hier im Orchideenpark unter freiem Himmel. Leider ist auch ein Tourbus mit Asiaten eingefallen, die machen die Film- und Fotoaufnahmen äußerst schwierig, weil einfach nur rücksichtslos.

Vom Orchideenpark kann ich mit dem SIA-Bus kostenlos quer durch die Stadt bis zum Singapore Flyer fahren. Mit mir im Bus ist ein Pärchen aus Südafrika. Der Smalltalk ist interessant, von hier fliegen sie zu ihren Kindern nach Brisbane. Der Singapore Flyer  ist zurzeit  mit 128 m das größte Riesenrad der Welt und  vom gleichen Erbauer wie das London Big Eye. Die Kabinen sind dem Eye nachempfunden. Nach kurzer Wartezeit gehe ich mit 2 Pärchen in eine Kabine. Die Rundtour dauert eine gute halbe Stunde und es offenbaren sich tolle Aussichten. Auch hier komme ich ins Gespräch, beide Paare sind Australier.

Meine Absicht, den Gardens of the Bay Park zu besichtigen, lasse ich fallen, die Hälfte davon ist geschlossen. Genauso ist es mit dem weltberühmten Marina Bay Sands Hotel mit seinen 3 Türmen und der darüber liegenden Aussichtsplattform mit dem irrsinnigen Swimmingpool. Jetzt gibt es nicht mal mehr Karten in der Lobby, einzig die Chance auf einen Aufenthalt im Restaurant im 75. Stock gibt es für Nichthotelgäste. Das ist mir zu blöd und zu teuer.

Vom Singapore Flyer starten die SIA-Rundfahrtbusse und ich nutze die Gelegenheit, um Richtung Rieverview Hotel zu fahren. Sentosa Island habe ich ebenfalls ersatzlos gestrichen, die hohe Luftfeuchtigkeit macht mir sehr zu schaffen. Stattdessen laufe ich vom Hotel entlang des Singapore River bis zum Clarke Quay. Unterwegs mache ich Rast in einem australischen Restaurant, mein Magen knurrt, ich gönne mir einen Cesar’s Salad, wirklich ausgesprochen lecker. Mittlerweile humple ich links etwas, eine dicke Blase unter dem Fuß ärgert mich. Später im Hotel rücke ich ihr mit Nadel und Compeed Pflaster auf die Pelle.

Am Clarke Quay beginnen die Touren von Singapore River Cruise. Es geht den Fluss entlang bis in das große Marina Becken. An Bord sind fast nur Deutsche. Ein älterer Herr ist heute früh von D gekommen und fliegt Morgen mit mir in der gleichen Maschine nach Christchurch. Bei der Rückkehr ins Hotel hält mich nichts mehr vom Pool ab, danach fläze ich mich auf eine Liege und quäle meinen E-Book-Reader. Am Abend gönne  ich mir einen netten Weißwein in einem der vielen Lokale am Flussufer. Bei der Rückkehr ins Hotel stelle fest, dass in der Hotelbar Jameson Irish Whiskey angeboten wird, das lasse ich mir als Schlummertrunk nicht nehmen.
Webadressen:
https://www.birdpark.com.sg/
https://www.sbg.org.sg/
https://www.singaporeflyer.com/
https://www.rivercruise.com.sg/
https://www.siahopon.com/
https://www.riverview.com.sg/
Wetter: 
ca. 35°Grad, bewölkt, windig, sehr hohe Luftfeuchtigkeit

Singapore, Jurong Bird Park





Singapore, Orchideenpark

 Singapore Flyer



Blick aus dem Flyer

 Singapore River Cruise


Singapore, Marina Bay Sands Hotel

 
27. – 28.03.2014 (Donnerstag – Freitag) > Singapore - Christchurch <
Übrigens, bevor ich es vergesse, ich habe hier noch nie so viele Hunde aller Rassen gesehen, die zum Gassigehen ausgeführt wurden, die landen scheinbar nicht mehr alle direkt im Kochtopf .Aufstehen zur üblichen Zeit und nochmals das lecker Frühstück genießen. Der SIA-Bus fährt ab 9:28 h und ich absolviere die komplette Tour. Eine günstigere Stadtrundfahrt bekommt man nicht.

Zurück im Hotel genieße ich die Dusche und packe meine Siebensachen. Dann heißt es bis zur Abholung warten, das Gepäck deponiere ich wegen mehr Bewegungsfreiheit beim Concierge.  Aber da alles mit Klimaanlage läuft, ist das absolut kein schweißtreibender Akt. Vielmehr gönne ich mir einen netten Weißwein und einen Salat. Auf dem Rückweg in die Hotellobby falle ich über ein britisches Pärchen, die ich zum Fotografen in Sachen Selbstbildnis degradiere. Im Gespräch kommt heraus, dass sie eine Kreuzfahrt von Southampton und zurück über 6 Wochen machen mit der „Norway“. Sie suchen krampfhaft nach Beschäftigung und ich verfrachte sie zur Rivertour an den Clarke Quay.

Mein Flughafenabholbus ist überpünktlich. Am SIA-Schalter ist tote Hose und ich kann mich dem Erwerb des neuen Handys widmen. Ein Samsung Galaxy S 4 mini in schwarz gehört jetzt mir, umgerechnet war der Preis mit rund 302 € doch höher als erwartet. Die Boing 777-200 für Flug SQ 297 ist rappelvoll und mein Alptraum beginnt. Ich sitze auf meinem Wunschplatz am Gang, der Mittelplatz ist frei und am Fenster sitzt eine Landplage, ein Hindu, wie er sich selbst outet. Der Kerl schraubt sich fordernd bis zum Abendessen sage und schreibe 1 ½ Flaschen Shiraz rein, dabei dachte ich immer, die dürfen keinen Alkohol?. Nach dem Essen rollt er sich über 2 Sitze zusammen, die Füße schiebt er dabei immer wieder gegen meine Oberschenkel. Dann fängt das Gestinke und Geschnarche an. So verkrampft habe ich noch nie in einem Flieger gesessen. Aus lauter Verzweiflung schaue ich mir den Film „Ostwind“ an, eine Pferdegeschichte. Wenn es hoch kommt, bin ich zusammen auf vielleicht 2 Std. Schlaf auf dem 8 1/2stündigen Flug gekommen.

Pünktlich um 10:30 h Ortszeit landen wir in Christchurch. Zoll und Passkontrolle sind kein Problem, aber dann kommt es ganz dick. Sowohl bei der Visacard wie auch der Bankcard kommt die Meldung, Konto nicht ausreichend gedeckt. Ich versuche es an mehreren ATM, ohne Erfolg. Einzig die Abholung von NZ Rental klappt. Aber auch da funktioniert die Visa nicht und zeigt „error“. Mein Anruf bei Visa ergibt dann, dass die Sicherheit die Karte gesperrt hat, Einsatz einen Tag in Singapore und den nächsten in NZ, das lässt alle Warnlampen blinken. Aufgrund meines Anrufes Entsperrung; Gott, ist mir das peinlich.

Jetzt  fahre ich einen Madza Demio mit rund 142000 km auf dem Tacho in blau und mit Automatik ohne Aufpreis. Navi an und quer durch die Stadt zum Quartier. Die Strecke führt über richtige Berge, bei Schnee möchte ich hier nicht fahren. Das B & B wird von 2 älteren Damen betrieben, die Aussicht auf Christchurch und die Küste > da fehlen mir sämtliche Worte. Jetzt rufe ich auch meine Hausbank an, man bedenke die 12 Stunden Zeitunterschied, aber die nette Dame checkt alles und stellt einen Fehler fest.

Ich fahre mittlerweile wieder in  die Stadt zum AA, dem neuseeländischen Gegenstück vom ADAC. Nach Vorlage einer extra zu Hause erworbenen Bescheinigung der Mitgliedschaft in englischer Sprache werde ich dort bis Ende September Fremdmitglied und komme dadurch auch in den Genuss von bis 12 Cent Ersparnis pro Liter beim Tanken. Aktuelle Spritpreise sind für Benzin 2,15 NZ$ und für Diesel 1,45 NZ$, mehr Sorten gibt es nicht. Allerdings haben die Dieselfahrer trotzdem das Nachsehen, müssen sie doch gegenüber einer Behörde angeben, wie viel km das Fahrzeug im Jahr gefahren ist und danach eine extra Gebühr abdrücken, die es unrentabel macht. Jede Menge Karten und Infomaterial habe ich umsonst abgegriffen. Ach, und der ATM spuckt reibungslos Bargeld auf meine Bankcard aus, geht doch.

Danach muss ich mich erst mal wieder auf den Teppich holen und fahre zur Willowbank Wildlife Reserve. Hier zeigen sie vor allem die ganzen NZ-Vögel vom Kea angefangen, den Kiwi habe ich in dem dunklen Gehege (nachtaktiv) wieder nicht gesehen. Auf dem Rückweg falle ich in einen Supermarkt ein, leider werden hier bei allen Geschäften schon ab 17:30 h beginnend die Bürgersteige hochgeklappt. Einzig einen Cooler habe ich nicht bekommen. Im Quartier lade ich meine Wirtinnen spontan auf einen guten Roten von Montana an und wir kommen ins Quatschen.
Webadressen:
https://www.rentalcar.co.nz/
https://www.willowbank.co.nz/
https://www.highliving.co.nz/index.htm
Wetter:Ca. 17°Grad, sonnig bis bewölkt
Gefahrene km: 72



 Boing 777-200


Keas > Christchurch, Willowbank Wildlife Reserve

 
29.03.2014 (Samstag) > Christchurch <
Neuseeland besteht aus 2 großen Inseln, einfach Nord- und Südinsel genannt. Hinzu kommen noch unzählige kleinere Inseln und es hat ungefähr die Größe der alten Bundesrepublik. Wie sollte es anders sein, gehört Neuseeland zum britischen Commonwealth. Das ist auch der Grund, dass ich ab 07. – 16.04. prominente Begleitung bekomme: Prinz William mit seiner Kate sowie Klein-George besuchen NZ. Die Südinsel Neuseelands hat eine Fläche von 150437 km². Die Maorinamen lauten Te Wai Pounamu (Jadewasser) oder auch Te Waka a Māui (Das Kanu von Māui) dafür. Auf ihr liegt in den Neuseeländischen Alpen der Aoraki/Mount Cook mit 3754 m (neueste Messungen haben 20 m weniger ergeben) der höchste Gipfel in ganz Ozeanien. Neuseeland wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts spätestens aber in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und in mehreren Einwanderungswellen besiedelt. Die Datierung von Knochen der pazifischen Ratte und von eingeführten Samen  mittels der Radiokohlenstoffmethode grenzen diesen Zeitraum auf die Jahre 1280 bis 1350 ein. Der erste Europäer, der Neuseeland erblickte, war der niederländische Seefahrer Abel Tasman. Seine Aufgabe war es, das „Große südliche Land“ zu finden, weil dort wertvolle Rohstoffe vermutet wurden. Auf seiner Reise entdeckte er im Jahr 1642 ein „großes hoch gelegenes Land“ auf der Südinsel, die heutige Region West Coast. Er war sich nicht sicher und vermutete, dass er ein weiteres Stück Küste von Staten Landt entdeckt hätte. Als er in der Golden Bay in der heutigen Region Tasman das Land aus der Nähe erkunden wollte, kam es zu einer ersten blutigen Begegnung mit den „Ureinwohnern“, bei der vier niederländische Seeleute getötet wurden. Der „Entdecker Neuseelands“ setzte niemals einen Fuß auf neuseeländischen Boden. Erst 1769/70 wurden erneut Expeditionen in die Gewässer um die (auf Englisch) New Zealand genannten Inseln gestartet. Der britische Kapitän James Cook sollte wie Tasman einen vermuteten südlichen Kontinent finden. Im Oktober 1789 traf Cooks Schiff Endeavour von Tahiti kommend am südwestlichen Punkt der Poverty Bay  genannten Bucht auf Neuseeland.

Christchurch ist eine  an der Ostküste der Südinsel in der Region  Canterbury gelegene Stadt mit etwa 390.000 Einwohnern. Christchurch gilt als die „englischste“ Stadt Neuseelands, was sich heute noch in der Architektur nachvollziehen lässt. Der Maori-Name der Stadt ist Ōtautahi, benannt nach einem Häuptling der Māori, der am Avon River siedelte. Und dann kam der 22.02.2011 mit einem Mega-Erdbeben und zerstörte weite Teile der Stadt, 181 Menschen wurden getötet. Der Wiederaufbau läuft immer noch, es tut richtig weh, überall freie Plätze zu finden, selbst die Kathedrale steht nicht mehr. Die Straßen sind in einem noch sehr desolaten Zustand, viele sind ganz gesperrt.

Mein heutiges Ziel heißt Arthur’s Pass. Bei gut 920 m Höhe überquert SH 73 hier die Main Divide der Southern Alps. Die Überquerung über den Great Alpine Highway ist von allen dreien ohne Zweifel die spektakulärste. Zunächst aus Christchurch raus fährt man durch die flachen Canterbury Plains. Danach steigt SH 73 gemächlich an mit einer Überraschung, nämlich hier im Alpenvorland ist mit 945,5 m an Porters Pass die höchste Stelle erreicht und bietet phänomenale Ausblicke. Der Pass liegt im Korowai Torlesse Tussockland Park. Einen Abstecher unternehme ich zu den Castle Hills, eine bizarre Welt aus Naturskulpturen. In einem weiten Bogen schwingt die Straße schließlich in das weite Flusstal des Waimakariki River. Der Blick reicht über das kilometerbreite Schotterbett des Flusses bis zu den Alpen, die erste Schneekuppen zeigen. Dann kommt schon Arthur’s Pass, übrigens mit seiner Gründung schon 1929 der erste Nationalpark auf der Südinsel. Es zieht ein eisiger Wind durch das Tal und da ich meine Windbreaker-Mütze vergessen habe, beschränke ich meine Wanderaktivitäten auf einen anstrengenden Marsch zu den 131 m hohen Devil’s Punchbowl Falls. Dabei gehe ich meinem liebsten Hobby Treppensteigen nach. Im Arthur’s Pass Village stärke ich mich mit einem schönen Kaffee (tatsächlich ein australischer Flat White!) und einem Sandwich. Danach falle ich im Visitor Centre ein, um Prospekte zu schnorren. Auf dem Rückweg nach Christchurch bieten sich die Ansichten rückwärts und somit völlig unterschiedlich an. Wiederholt lege ich Stopps für Film- und Fotoaufnahmen ein. Es gelingt mir, einen Supermarkt zu finden, der 7 Tage 24 Stunden geöffnet hat. Dort ergattere ich endlich die Kühltasche. Mein nächstes Ziel ist der Rosengarten im botanischen Garten. Aber nicht nur die Rosen bewundere ich, sondern auch etliche mehr als bizarre Bäume. 

Webadressen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Neuseeland
https://www.castlehill.net.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur%E2%80%99s-Pass-Nationalpark
https://www.cityofwaterfalls.ca/devil_punchbowl.html
https://www.ccc.govt.nz/cityleisure/parkswalkways/christchurchbotanicgardens/visitorinformation/openinghours.aspx
Wetter: fast wolkenlos, 3 – 22°Grad
Gefahrene km: 333

 Castle Hills






Arthur's Pass > Devil's Punchbowl Falls




 
Christchurch, botanischer Garten



 Christchurch Tramway

30.03.2014 (Sonntag) > Christchurch – Aoraki (Mount Cook) <

Der Aoraki oder Mount Cook ist der höchste Berg Neuseelands (3754 m). Er befindet sich in den Neuseeländischen Alpen im Mackenzie-Distrikt der Region Canterbury. Mount Cook Village ist das Zentrum des Mount-Cook-Nationalparks, der 1953 eingerichtet wurde und 707 km² mit über 140 Bergen über 2000 m umfasst. 40 Prozent des Parks sind vergletschert. Der bekannteste Gletscher ist der Tasman-Gletscher (27 km Länge) an den Hängen des Mount Cook.

Nochmals genieße ich das Frühstück. Zuvor habe ich den tollen Sonnenaufgang über
Christchurch und dem Pazifik bewundert. Über Nacht ist es erheblich wärmer geworden, daher bildet sich Seenebel, so dass ich fast im Blindflug den Berg hinunter fahre. Zunächst folge ich wieder dem SH 73 bis ich auf den SH 77 (Inland Scenic Route 72) abbiege. Getankt habe ich auch das erste Mal, bin mal gespannt, was das Auto braucht = 8,2 ltr/100 km, das ist akzeptabel. In Geraldine folge ich einem Tipp des Reiseführers und falle in einer Käseherstellung ein. Leider mehr ein Verkauf als dass man der Produktion folgen könnte. Nach diversen Kostproben erwerbe ich je ein Stück Gouda und Manuka. Von letzterem weiß ich zwar nicht wie der schmeckt, aber am Abend verputze ich das ganze Stück, wirklich lecker. Dazu gönne ich mir noch 2 Kugeln hausgemachtes Eis. Mittlerweile bin ich auf der Inland Scenic Route 79 unterwegs und wechsle bei Fairlie auf den SH 8, dabei passiere ich den Lake Tekapo, mit der Alpenkulisse ein traumhaftes Bild. Kurz vor Twizel folgt der Abzweig auf die Inland Scenic Route 80 Richtung Aoraki/Mount Cook, die Strecke führt fast bis zum Schluss an den Ufern des Lake Pukaki entlang, die Traumkulisse lässt mich in wilde Film-/Fotoorgien ausbrechen. Für Hobbit-Fans, der Lake Pukaki war die Kulisse für Seedorf im 2. Teil der Verfilmung von „Der kleine Hobbit“. In Glentanner frage ich kurz bei The Helicopter Line nach, ob mein morgiger Flug bestätigt wird. Alles kein Problem, bevor ich mein Quartier verlasse, soll ich kurz anrufen und ansonsten spätestens um 9:45 h vor Ort sein.

Die
Mount Cook Backpacker Lodge übertrifft meine kühnsten Erwartungen. Leider ist gerade vor mir ein Bus eingetroffen, so dass ich die Schlange abwarten muss. Da bereits alles bezahlt ist, habe ich keinerlei Probleme. Das Auto kann ich vor den Räumen parken. Tatsächlich habe ich 2 Zimmer, eines ist als Schlafraum hergerichtet mit Bad usw. und das andere ist ein richtiges Wohnzimmer mit Küchenecke, jeder Raum hat einen eigenen Fernseher. Einzig für das Internet drücke ich 4 NZ$ für 24 Std. ab, das ist im Vergleich zu manchen Hotels in Australien wirklich günstig. Beim Visitor Centre greife ich die üblichen Prospekte ab. Bereits zu Hause hatte ich mich über mögliche Wanderungen informiert und mich für eine 2-stündige (H + R) auf dem Kea Point Track entschieden. Laut Beschreibung schlängelt sich der Weg durch Gras- und Buschlandschaften bis zu den Gletschermoränen des Mueller Glacier. Der Weg führt durch eine Landschaft, die im Jahre 1913 durch einen Bergstrom entstand, der sich seinen Weg vom Gletscher herunter zum ursprünglichen Standort des Hermitage Hotels bahnte und das Gebäude beschädigte. Der Weg endet an einer Aussichtsplattform mit atemberaubenden Blicken auf Mount Selton, The Footstool, Hooker Valley, Mueller Glacier Lake und Aoraki/Mount Cook. Schön, aber schweißtreibend ist es in der prallen Sonne. Anschließend fahre ich noch in das Tasman Valley zum Tasman Glacier Lake, an dessen Ufer der mächtige Tasman Glacier beginnt. Jetzt reicht es mir, der Magen knurrt und ich falle wie oben schon geschrieben, über meinen Käse her.

Webadressen:

https://www.talbotforestcheese.co.nz/

https://laketekapountouched.co.nz/

https://www.newzealand.com/travel/media/features/film&television/film_nz-book-nz-location-lake-town.cfm

https://www.mtcooknz.com/

https://www.mountcookbackpackers.co.nz/

Wetter: 14 – 25° Grad, wolkenlos

Gefahrene km: 379 km

 



 Lake Pukaki



 Aoraki - Mount Cook

 Abel Tasman Glacier



 

31.03.2014 (Montag) > Aoraki - Dunedin <

Erneut klingelt nach einer ruhigen Nacht um 7 h der Wecker. Das zweite Stück Käse mundet mir zum Frühstück ausgezeichnet. An der Rezeption bitte ich um einen Anruf bei „The Helicopter Line“, mein Flug zu 10 h wird bestätigt. Jetzt habe ich Zeit, um gemütlich entlang des Lake Pukaki nach Glentanner zu fahren. Unterwegs halte ich nochmals für diverse Foto-/Filmaufnahmen. Es ist absolut windstill und im See spiegeln sich die Berge. Der Herbst hält Einzug in Neuseeland, viele Bäume haben sich bereits verfärbt und ich schwelge in den Farben. Wenn das hier auf der Südinsel so weitergeht, sehe ich die Farben eines wohl unbeschreiblichen Indian Summer, denn nirgendwo auf der Welt ist die Luft reiner als hier.

Ich bezahle 345 NZ$ wie gebucht für einen Flug über 35 Minuten und bekomme ein Upgrade auf 520 NZ$ und 45 Minuten Flug, weil alle anderen Gäste dies gebucht haben. Da sage ich natürlich nicht nein. In der Cafeteria gönne ich mir meinen
Flat White und komme mit einem Pärchen am Nachbartisch ins Gespräch, sie kommen aus Perth. Zu sechst incl. Pilot starten wir im Hubschrauber Richtung Tasman Valley und Blick auf den Aoraki/Mount Cook. Die Sicht ist unbeschreiblich, weil mal wieder absolut wolkenlos. Das Wetter ist seit 3 Tagen so sensationell, normalerweise hat man schon Glück, wenn man mal den Gipfel des Aoraki/Mount Cook erblickt. In ungefähr 2000 m Höhe erfolgt eine Landung auf einem Schneefeld direkt gegenüber. Es ist zwar relativ kalt, aber dagegen kann man sich anziehen. Nach 10 Minuten Aufenthalt fliegen wir direkt über den Tasman Glacier zum Aoraki/Mount Cook und dort an der Bergflanke entlang. Die Eisfelder schimmern leicht bläulich.

Nach der Landung laden mich die Australier zu einem Kaffee ein. Jennifer und David waren in 2013 für 5 Monate in
Europa unterwegs. Wir geraten ins Erzählen und nach fast einer Stunde breche ich meine Zelte ab. Diesen nicht geplanten Plausch werde ich später noch bereuen. Die Fahrt geht Richtung Twizel und danach überlasse ich alles Weitere dem Navi, das mich kreuz und quer über Nebenstraßen in Central-Otago jagt. Ich sehe vermutlich Dinge, die ein normaler Touri nicht sieht, weil er diese Straßen nicht nutzt. Die Maisernte ist in vollem Gange, wie weit die Rebenernte ist, vermag ich nicht zu sagen. Im Gegensatz zu 2002 hat sich die Zahl der Schafe drastisch reduziert. Waren es seinerzeit gute 70 Millionen, sind es heute nur noch knapp die Hälfte. Das ist eine Folge der sinkenden Nachfrage nach Merino-Wolle, die halt einfach durch moderne Fasern ersetzt wird. Obwohl, meine selbstgestrickten Wollsocken möchte ich nicht missen.

Irgendwo hinter
Oamaru stoße ich auf den Küstenhighway No. 1 gen Süden. Wenig später kommt bereits das Hinweisschild zu den Moeraki Boulders. Das sind rund 50 Steinbälle, die größten davon immerhin mit einem Durchmesser von 2 m. Die Boulders wurden in einem Jahrmillionen dauernden Prozess von den Wellen aus der Uferböschung gespült. Das hört sich längst nicht so romantisch an wie die damit verbundene Maori-Legende. Diese besagt, dass es sich um Verpflegungskörbe und Wasserbehälter eines in der Nähe gekenterten Kanus der Ahnen handelt.

Schließlich erreiche ich die 11-prozentige Gefälleabfahrt nach
Dunedin. Dunedin in Maori: Ōtepoti, ist die zweitgrößte Stadt der Südinsel Neuseelands und zugleich die Hauptstadt der Region Otago. Der Name Dunedin stellt die anglisierte Form des schottisch-gälischen
Namens Dùn Èideann für Edinburgh dar und bedeutet Festung am Hügelhang. Von den gut 120000 Einwohnern sind allein 20000 Studenten. Selbst viele Straßennamen sind an Edinburgh angelehnt. Es ist eine Stadt mit Profil, dank der Hügel vulkanischen Ursprungs, über die sie sich ausdehnt. Wo kann man sonst an einem Nachmittag Robben, Seelöwen, Albatrosse und Pinguine in freier Natur sehen? Nach dem Einchecken in meinem kleinen, aber feinen Motel (dank Navi wieder sofort gefunden) knurrt mein Magen vehement. Übrigens ist das Motel ausgebucht, dank meiner Reservierung kein Problem.

Nach dem Bekämpfen des knurrenden Magens geht es los, leider wähle ich zwar den richtigen, aber doch den falschen Weg zu den Albatrossen. Pinguine, Robben und Seelöwen sollten höchstens als Zugabe dienen. Ich fahre entlang der Westküste und wie es kommen muss, ist die Straße ohne Vorankündigung plötzlich gesperrt und die Umleitung geht über eine
Gravelroad die es in sich hat. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Grad die Steigungen und Abfahrten hatten. Zum Filmen und Fotografieren bleibt keine Hand frei, das Auto braucht sie. Als ich endlich an der Ostküste der Otago-Halbinsel ankomme, sind es noch 4 km, aber trotzdem erreiche ich das Royal Albatross Centre um 5 Minuten zu spät für die letzte Führung, die um 17 h beginnt. An den außerhalb gelegenen Aussichtspunkten sehe ich in weiter Ferne die Nistplätze und elegant gleiten die Albatrosse über meinen Kopf hinweg, aber nicht ein Foto kann ich ergattern. Dabei hatte ich mich so auf die Landeszenen gefreut, ständig hatte ich die Bilder aus dem Film „Bernhard und Bianca“ vor Augen; Pech gehabt. Zurück fahre ich komplett die Küstenstraße, aber schneller als 60 km/h erlaubt die Straße keinesfalls, an der einen Seite meistens Felsen und an der anderen Seite die See, aber ohne Leitplanke. Zu schnell ist gleichzusetzen mit geradeaus vor die Wand oder ins Wasser, beides keine Alternative für mich.

Webadressen:

https://www.helicopter.co.nz/mtcook.asp

https://www.moerakiboulders.co.nz/

https://www.dunedinnz.com/de/startseite

https://www.albatross.org.nz/

https://www.beachlodgemotel.co.nz/index.html

Wetter: heiter bis wolkig, 8 – 20° Grad

Gefahrene km: 389

 







 Abel Tasman Glacier



 Moeraki Boulders

 
Otago-Halbinsel bei Dunedin

 
01.04.2014 (Dienstag) > Dunedin – Invercargill <
Nachdem sich gestern Abend die Sohlen meiner Badeschlappen verabschiedet haben (nach 5 Touren in Australien ist das erlaubt), falle ich kurzfristig noch in ein Warenhaus für u. a. auch Bekleidung ein und bin auf das Angenehmste überrascht. An die Preise kommen wir in Deutschland nicht ran, Funktionsshirts egal welche Marke zahle ich bei uns locker ab 15 € aufwärts, hier sind es gerade 10 NZ$ > rund 6,20 €, Trekkinghalbschuhe finde ich keine teuerer als 60 NZ$ und die Qualität kann sich sehen lassen.

Aus Dunedin raus führt sogar ein richtiger Motorway, aber auch der mit Gefälle bis zu 11 %. Schon seit langem hatte ich mich gegen den direkten Weg nach Invercargill entschieden, das wäre äußerst langweilig gewesen und ich hätte ständig den Schnellverkehr auf dem SH 1 im Nacken gehabt. Ich habe mich für die
Tour durch die Catlins entschieden, da reiht sich ein Aussichtspunkt an den nächsten. The Catlins sind ein zerklüftetes, sehr dünn besiedeltes Gebiet, das eine malerische Küstenlandschaft und dichten gemäßigten
Regenwald besitzt. In beiden leben zahlreiche bedrohte Vogelarten. Die exponierte Lage der Catlins führt
zu oft rauem Wetter und starker Brandung, die Surfer anzieht. Ab Balclutha verlasse ich den SH 1 und 
folge dem SH 2, identisch mit der Southern Scenic Road. Endlich kein Gedrängel mehr hinter mir und ich
kann mich wieder mit meinem Tempo durch die Gegend bewegen, schließlich habe ich Urlaub. Unterwegs
entdecke ich ein Schild mit der Aufschrift "no doctor, no hospital, ony one cementary", wenn das kein
Humor ist! Erster Anlaufpunkt ist Nugget Point. Auf einem steilen Landvorsprung thront 133 m über dem
Meer ein Leuchtturm, bis zu einem halben Kilometer vor der Küste ragen Felsspitzen aus dem Wasser. Leider sehe ich weder Fellrobben, See-Elefanten noch Seelöwen, die hier in großer Zahl vorhanden sein
sollen.


Ohne es vorher zu ahnen, jeder Abzweig ist eine Gravelroad, teilweise von der übelsten Sorte, auf
diesen Straßen bin ich heute ca. 70 km gefahren, das arme Auto bekommt in Invercargill erst mal eine 
Wäsche. Nächste Anlaufstelle sind die Purakaunui Falls, die dreistufig durch ein Landschaftsschutzgebiet mit Tawai (Silver beech > silberne Scheinbuche) rauschen. Auf der Straße wird eine Schafherde getrieben, die Autos dürfen mitten hindurch, um dem zu entgehen biege ich zum Florence Hill Lookout ab. Von dort hat man eine Panoramasicht auf die Tautuku Bay, eine zauberhafte, sichelförmige Bucht mit hellem Sand.


Übrigens überwiegen hier noch die Schafe, obwohl allüberall Rinder sowohl zur Milch- wie auch zur 
Fleischproduktion zu sehen sind. Gemeinsam mit vielen Neuseeländern befürchte auch ich, dass die Rinder
mit ihrem viel höheren Gewicht und den größeren Füßen die lieblichen Hügel Neuseelands auf Dauer
nachhaltig zerstören werden. Auch sehe ich die ersten Wildgatter mit Rotwild, das vorzugsweise in
gefrorenem Zustand nach Europa exportiert wird. Zu den Chathedral Caves biege ich nicht mehr ab, weil
auf dem an der Straße stehenden Hinweisschild die genauen Begehungszeiten genannt sind, dafür bin ich
etwas zu spät und wenn die Tide hereinkommt, möchte ich nicht in einem Tunnel stecken. Aber fast
gegenüber liegen die McLean Falls, sie sind mit Abstand die beindruckensten Wasserfälle der Gegend.
Nächste Anlaufstelle ist Curio Bay, hier tauchen bei Ebbe Reste eines vor 160 Mio. Jahren versteinerten
Waldes aus dem Meer auf. Letzter Besichtigungspunkt ist Slope Point mit seinen Geo-Eckpunkten. Bei
46°40'40" endet die Südinsel - 4803 km vom Südpol entfernt, wie ein Wegweiser auf dem windumtosten
Flecken anzeigt. Es ist spät geworden und ich füttere das Navi mit den Hoteldaten für Invercargill. Das 
Tavesta Motel schein noch ziemlich neu zu sein und macht wie bislang jede Übernachtung einen guten
Eindruck auf mich. Invercargill ist die südlichste und auch die westlichste Stadt (also City Council)
Neuseelands. Mit rund 50000 Einwohnern ist sie Verwaltungssitz der Region Southland und bildet einen
eigenen Stadt-Distrikt. Alle Straßen sind fast wie mit dem Lineal gezogen. Leider finde ich die
Schokoladenfabrik nicht unter der angegebenen Adresse, dann muss halt Ersatz aus dem Supermarkt her
.
Webadressen:
https://www.catlins.org.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Nugget_Point
https://de.wikipedia.org/wiki/Purakaunui_Falls
https://www.youtube.com/watch?v=Vj1F-AMXLXE
https://en.wikipedia.org/wiki/McLean_Falls
https://en.wikipedia.org/wiki/Curio_Bay
https://www.invercargillnz.com/
https://www.tayestamotel.co.nz/index.html
Wetter: bewölkt bis sonnig, 12 – 23° Grad

Gefahrene km: 327

 Nugget Point



 Tautuku Bay

 Purakaunui Falls

 McLean Falls

 Curio Bay





02.04.2014 (Mittwoch) > Invercargill – Milford Sound <
Erneut bin ich um 7 h auf, gegen 8:30 h falle ich der Schokoladenfabrik in die Tür. Und siehe da, es gibt meine heißersehnte Chardonney-Schokolade, die hebe ich aber auf für zu Hause. In der Nacht hat es ein wenig geregnet, das lässt jetzt die Straßen gegen die Sonne nicht mehr einsehbar erscheinen, Blindflug ist bei Abzweigungen angesagt. Wiederholt habe ich schon Kelpies auf den Ladeflächen der Pickups gesehen, heute nun sehe ich 2, die auf der Ladeplattform eines Quad balancieren und das gekonnt meistern. Das wünsche ich mir von unseren verzärtelten Schoßhündchen auch.

Erneut bin ich auf der Southern Scenic Road unterwegs, die ein ganzes Stück entlang der Küste führt. Den Tank hatte ich so kalkuliert, dass es bis Te Anau reicht, aber 30 km vorher fängt es an zu blinken und ich an zu zittern. Nach meiner Kalkulation hat das Auto einen Tank von 45 – 50 ltr., nur diese 5 Ltr. können entscheidend sein. Ich gehe noch mehr vom Tempo (üblicherweise 80 km/h) und hoffe das Beste. Die Nadel steht unter null, als ich in Te Anau ankomme, 41,91 Ltr. fülle ich in den Tank, weiß aber immer noch nicht die Tankgröße. Aber das wird mir nicht nochmals passieren. Der Spritverbrauch hat sich jetzt übrigens zwischen 6 – 7 Ltr. eingependelt. Da es Mittagszeit ist, suche ich mir ein schattiges Plätzchen am Ufer des Lake Te Anau, der übrigens der zweitgrößte Binnensee Neuseelands ist. In einem Shop kaufe ich einige Postkarten und die von Gudrun gewünschten Geschirrtücher.

Danach mache ich mich auf die knapp 120 km zum Milford Sound. Die Straße führt durch sehr abwechselungsreiche Landschaften, die Bauzeit betrug kriegsbedingt 24 Jahre, die Fertigstellung war 1954. Auch der 1219 m lange einspurige Homer Tunnel mit einem Straßengefälle von 1 zu 10 Richtung Milford wurde 1954 eröffnet. Danach geht es über einige mehr als heftige Spitzkehren in Serpentinen nach unten.  Der Milford Sound liegt im 12500 km² großen Fiordland-National-Park. Aufgrund seiner steilen, zerklüfteten Topographie, seiner wilden Küste, seinem dichten Wald und seinem rauen Klima ist dieses Gebiet kaum durch Straßen und Ansiedlungen erschlossen. Das Fiordland wurde 1986 zur World Heritage Aera erklärt. 1990 wurde das Fiordland mit den Nationalparks Mount Aspiring, Westland und Aoraki/Mount Cook unter dem Namen „Te Wahipunamu“ zu einem erweiterten Weltnaturerbe erklärt. Der Milford Sound wurde nach dem walisischen Ort Milford Haven benannt. In der Sprache der Māori heißt er Piopiotahi. Rudyard Kipling hatte den Sound einmal das achte Weltwunder genannt.

Auf dem Weg nach Milford ist die erste Filmkassette voll und muss gewechselt werden. Hier habe ich eine Overnight-Cruise auf der „Milford Mariner“ gebucht. Das Schiff ist 40 m lang und 13 Jahre alt. Das Checkin läuft reibungslos und ich darf mein Auto auf einem Busparkplatz direkt vor dem Terminal abstellen. Boardingzeit ist 16:15 h. Ich erhalte auf dem Oberdeck eine Außenkabine. Es bleiben keine Wünsche dabei offen, 2 Einzelbetten, Heizung, WC und Dusche, sogar ein Fön, alles ist vorhanden. Nach den üblichen Sicherheitsunterweisungen legt das Schiff ab und fährt auf den Milford Sound Richtung Tasman Sea. Eine Crew von ungefähr 10 Leuten ist für die 60 Passagiere zuständig. Sogar die Brücke ist jederzeit zugänglich. Es gibt zahllose Erklärungen über die Unterwegssehenswürdigkeiten und schließlich stoppt das Schiff in einer Bucht für etliche Exkursionen sowie das Mooring an einer Boje über Nacht. Der Grund unter uns ist immer noch 70 m tief, der Sound weist an der tiefsten Stelle rund 350 m auf. Die Passagiere haben die Möglichkeit, mit einem der beiden außenbordmotorbetriebenen Tender zu einigen Runden um das Schiff und Einweisungen in die örtliche Flora und Fauna zu fahren oder schlicht und ergreifend das mit Muskelkraft in einem Kajak zu machen; selbstverständlich immer mit Schwimmweste ausgestattet. Ich entscheide mich für den Tender aufgrund der Kameras, hat allerdings auch den Haken, dass die Sandfliegen uns erbarmungslos überfallen, sobald wir zum Stillstand kommen, durch die Socken beißen die Mistviecher trotz Antispray. Zurück an Bord gibt es um 19 h Abendessen, wir sitzen jeweils zu 6 Personen an einem Tisch, die Zusammenstellung hat die Crew übernommen. Bei mir sitzen 2 Briten, 2 Australier und ein Amerikaner. Die Stimmung ist mehr als aufgelockert, vor allem als sich herausstellt, dass Shirley aus Sydney heute ihren 60. Geburtstag feiert, es gibt extra für sie eine Torte. Das Essen ist ausgezeichnet, als Vorspeise werden Kürbis- oder Gemüsesuppe angeboten. Den Hauptgang bilden Rind- und Lammbraten sowie Lachs, Hähnchencurry sowie eine Tagliatelle, dazu diverse Gemüse, Kartoffeln, Reis und Salate. Das Dessert habe ich eingegrenzt auf Apfelstrudel und warmen Rhabarberkuchen, dazu einen Stoneleigh Chardonney. Todmüde und vollgefressen rolle ich zu meiner Koje.

Webadressen:
https://www.milford-sound.co.nz/
https://www.realjourneys.co.nz/en/experiences/cruises/milford-mariner-overnight-cruises/
Wetter: wolkig bis sonnig, bis 22° Grad

Gefahrene km: 310



 Homer Tunnel

 Milford Sound







 
03.04.2014 (Donnerstag) > Milford Sound - Glenorchy <
Also irgendwie spinnen die Neuseeländer schon, in den Räumen ist bereits die Heizung an und in den Betten die dicken Steppdecken, aber draußen rennen sie in T-Shirt und kurzen Hosen durch die Gegend. So ist auch in meiner Kabine die Heizung an, bis ich das merke, ist die halbe Nacht rum und ich völlig durchgeschwitzt. Da das Frühstück bereits um 7:00 h serviert wird, ist der Wecker auf 6:15 h gestellt. In der kleinen aber feinen Duschkabine ist genügend Platz. Draußen ist es noch stockfinster als ich ein Deck höher zum Frühstück gehe. Auch das lässt keine Wünsche offen, von gebratenen Champignons über Speck, diverse Sorten Eier hin zu Cerealien, Toast und Obst. Der Weckruf auf dem Schiff erfolgt übrigens durch einen krähenden Hahn.

Während des Frühstücks wirft der Kapitän die Maschinen an und hält auf die Tasman Sea zu. Eine ganze Zeit vor der offenen See merkt man bereits den herein kommenden Schwell. Das Schiff arbeitet wacker im Wellengang. Teilweise reicht der Nebel bis auf das Wasser, kein Wunder, so wie es während der Nacht geregnet hat, aber jetzt ist es wieder trocken. 2 Segel sind auch vollautomatisch gesetzt worden. Auf dem Rückweg nach Milford setzt der Kapitän das Schiff in die Gischt der 155 m hohen Stirling Falls. Die Legende sagt, dass Frauen nach einem Bad in der Gischt um 10 Jahre jünger aussehen. Noch ein letzter Kaffee zum Händewärmen und das Terminal hat uns wieder. Dort werden die Fotos des Vortages angeboten, nett zusammen gestellt in einer informativen Mappe mit einer DVD, ich kaufe mir das gute Stück für 40 NZ$.

Das Auto steht an gleicher Stelle ohne Bemängelung durch irgendwelche Busfahrer. Da ich so ziemlich als erste vom Schiff gehe, hat das den Vorteil, auf dem Rückweg niemanden vor mir zu haben. So kann ich mir alles genau einteilen, leider ist mein gestriger Plan zu Film- und Fotooptionen etwas dürftig ob des Nebels. Die Wartezeit vor de
m Homer Tunnel beträgt nur 3 Minuten, dabei ist es immer noch nebelig, aber die Sonne ist bereits zu sehen. Auf halber Strecke Richtung Te Anau ist erneut die Sonnenbrille angesagt.

Kurz vor
Te Anau zweigt die Straße Richtung Queenstown ab. Die Landschaft ist sehr abwechselungsreich. Richtig beeindruckend wird es etwa ab Kingston, von da an folgt die Straße der Uferlinie des Lake Wakatipu, bei dem Wetter ein wahrer Augenschmaus. Ab dem Kreisverkehr Richtung Arrowtown erkenne ich die Uferstraße Richtung Queenstown kaum wieder. Wo vor 12 Jahren noch große unberührte Flächen waren, ist jetzt alles bebaut, zumeist mit Unterkünften der unterschiedlichsten Kategorien. Viele davon werden bereits wieder zum Verkauf angeboten. Der Ort selbst gefällt mir im Durchfahren gar nicht mehr und ich bin froh, als ich auf die 45 km lange Reststrecke Richtung Glenorchy abbiegen kann. Wobei ich dabei auch noch feststelle, dass die Uferstraße hier noch spektakulärere Aussichten bietet. Mittlerweile habe ich so viele totgefahrene Possums auf den Straßen gesehen, hätte ich sie alle eingesammelt, würde es locker für einen Pelzmantel reichen.

In
Glenorchy finde ich das Hotel erst im zweiten Anlauf. Es ist alt aber alle sind sehr freundlich und das Zimmer ist okay. Glenorchy ist eine kleine Siedlung  am nördlichen Ende des  Lake Wakatipu. Es gibt mehrere Bars, ein Café und eine Reihe von kleinen Läden in der Stadt, Catering vor allem für Touristen, aber auch die kleine Wohnbevölkerung. Eine kleine Landebahn für Flugzeuge ist ebenfalls vorhanden. Bei Dart Stables treffe ich niemanden an um für den morgigen Ausritt alles klar zu machen. Am Stall hängt ein Schild, dass man für die Vormittagsausritte um 9:15 h vor Ort sein soll. Frühstück im Hotel ist hier im Preis enthalten und ist ab 8:30 h zu bekommen, also alles kein Problem. Auf Empfehlung der Rezeption mache ich noch einen Spazierung rund um die Lagune, leider wird es etwas windiger und die Spiegelungen der umliegenden Berge, die ich während der Autofahrt so schön im Lake Wakatipu beobachten konnte, verlaufen sich im Wasser.
Webadressen:
https://www.glenorchyinfocentre.co.nz/
https://www.glenorchynz.com/index.html
Wetter: 10 – 26° Grad, Schönwetterbewölkung

Gefahrene km: 340





 Stirling Falls 







 Lake Te Anau

 Lake Wakatipu



 
04.04.2014 (Freitag) > Glenorchy <
Frühstück gibt es erst ab 8:30 h, entsprechend lange habe ungewohnterweise geschlafen. Das Frühstück ist im Preis enthalten, meine Wahl fällt auf Speck, Rührei, Toast und Kaffee, vorzugsweise wie immer ein Flat White.

Kurz vor neun fahre ich die wenigen Meter zum Reitstall. Erneut muss ich angeben, welche Erfahrungen ich habe und man möchte mir unbedingt ein paar Gummistiefel verpassen, was ich vehement von mir weise. Begründung ist meine Sicherheit und beim Durchqueren von Wasser bekäme man ansonsten nasse Füße. Ich trage meine Wanderstiefel und kann die auch durchsetzen. Einzig einen Helm bekomme ich vom Stall, da ich meine Reithandschuhe mitbringe. Wir sind zu dritt mit Guide international (Schweiz, GB) unterwegs. Es geht kreuz und quer durch die Talauen auf dem
Trilogy Trail auf den Spuren von „Herr der Ringe“ und „Der kleine Hobbit“. Wer jetzt allerdings glaubt, man würde noch irgendwas so richtig wiedererkennen, der ist schief gewickelt. Die Filmcrew hat äußersten Wert auf Wiederherstellung nach Drehende gelegt. Eine lange Galoppade folgt der nächsten, zwischendurch geht es immer wieder durch Gletscherflüsse und ich bekomme keine nassen Füße. Am Seeufer des  Lake Wakatipu ist Fotostopp angesagt, ich sitze übrigens auf einem Vollblut namens Eden.

Nach dem Ende des Ritts habe ich noch eine ¾ Stunde Zeit, um ins Hotel zurückzukehren und die Klamotten zu wechseln. Pünktlich um 13:30 h steht Alan von
Glenorchy Yourneys mit seinem riesigen 4WD vor der Tür. Wie schon geahnt bin ich einziger Gast. Er benutzt das gleiche Locationbuch des Films, was ich auch zu Hause habe. Anhand der darin abgebildeten Fotos zeigt er mir die tatsächlichen Drehorte. Einige sind sehr computerbearbeitet, andere völlig original. Alan ist Leiter der Feuerwehr von Glenorchy und war somit auch stark an den Filmaufnahmen beider Trilologien beteiligt. Des Nachts seien bis zu 300 LKW durch den Ort gefahren um rechtzeitig am Set alles aufzubauen. Frühstück gab es jeweils in einem riesigen Zelt für alle, am Nachbarttisch habe oft der Gandalf-Darsteller Ian McKellen gesessen, Starallüren hätte keiner gezeigt. Gandalf wirkt im Film sehr groß, dabei erfahre ich nun, dass er nur meine Größe (1,71 m) hat. Die meisten Schauspieler können nicht reiten, so gab es für Gandalf gleich 3 Stuntmen.

Im 2. Hobbitfilm sind die Zwerge auf der Flucht und sitzen auf Schecken, diese wurden extra aus
Queenstown geholt. Den Originaldrehort im Wald sehe ich mir an. Da es sich um einen Teil des Nationalparks handelt, durfte nichts verändert werden. Der meiste Baumbestand besteht aus silbernen Scheinbuchen. Davon gibt es 5 verschiedene Sorten in Neuseeland, sie sind jeweils nach der Holzfarbe oder dem Stamm benannt. Interessanterweise werfen sie nur ca. alle 4 – 5 Jahre ihre Samen ab, bzw. produzieren welche. Wann das ist, kann niemand außer den Tieren so genau voraus sagen. Aber wenn es passiert, wächst die Population von Ratten und Mäusen ins Unendliche, die ernähren sich von den Samen und dann geht es allen Tieren gut. Dazu sahen wir am Milford Sound Fotos von toten Forellen, die bis zu 8 Kadaver im Bauch hatten! Die Possums haben dann auch reiche Beute, übrigens gibt es trotz der geschätzten 30 Mio. dieser eingeführten Viecher keine richtige Pelzindustrie, die sie verarbeitet, da es natürlich keine Zuchten gibt. Der Beruf des Kürschners steht daher auf der Liste der aussterbenden Berufe.  

Alan erzählt mir sehr viel über
Neuseeland generell und wir tauschen sehr viele Informationen aus. Auf einem Privatgelände hoch über den Tälern legen wir eine Teepause ein, dazu gibt es Bananenkuchen. Es handelt sich um eine Schaffarm mit einer Größe von etwa 13000 ha. Die Schafe werden zum Winter hin Zug um Zug weiter nach unten getrieben. Der Farmer macht das wegen der unzugänglichen Steilhänge zu Fuß, er ist 51 Jahre alt und hat unzählbare Male den 2819 m hohen schneebedeckten Mount Earnslow bestiegen. Seine Söhne benutzen Pferde, da die Hänge selbst für Quads zu steil sind. Auf dem Gelände gibt es eine alte Mine, in der nach Gold geschürft wurde. Mittlerweile gibt es nur noch eine aktive Goldmine in Neuseeland in der Nähe von Dunedin, die mindestens noch die nächsten 6 Jahre sehr lukrativ Gold abbaut > 2,1 g auf 1 Tonne Gestein, das Gold ist weißlich in der Farbe. Nach der Rückkehr ins Hotel ist Wäschewaschen angesagt, da ich nur noch eine komplett saubere Garnitur von allem besitze. Außerdem stinken Jeans und Fleecejacke enorm nach Pferd. Für insgesamt 8 NZ$ ist alles gewaschen und getrocknet und riecht jetzt wegen des Flüssigwaschmittels nach Eukalyptus.
Webadressen:
https://www.dartstables.com/riding-options
https://www.glenorchyjourneys.co.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Lake_Wakatipu

Wetter: bewölkt, bis 20° Grad

Gefahrene km: 1,4


Glenorchy, Lake Wakatipu


Drehort aus dem ersten "Herr der Ringe"-Film (Angriff der Orks)


 Das Tal von Glenorchy

 
05.04.2014 (Samstag) > Glenorchy – Franz Josef Glacier <
Der Wetterbericht hat Regen angekündigt und am Abend ist es soweit. Die ganze Nacht hat es stark geregnet, die Wolken hängen an den Bergfüßen. Es liegt eindeutig Herbstgeruch in der Luft. Ich fahre die Strecke von Glenorchy zurück Richtung Queenstown. Ein Tankstopp und dann geht es dem Navi folgend die steilen Serpentinen der Crown Range Road hoch, die Passhöhe liegt bei 1076 m. Das ist eindeutig oberhalb der Baumgrenze. Leider ist wegen des Nieselregens und der Fahrt durch die Wolken die Hoffnung auf tolle Aussichten dahin. Bei der Abfahrt sind zumindest die Wolken verschwunden und die Sonne versucht sich, verliert aber nach wenigen Minuten bereits wieder den Kampf. Eindeutig sind hier die Herbstfarben vorherrschend, ich bewundere Farben von zartem Gelb bis hin zu tiefem Rot. Das Wetter begleitet mich die ganze Zeit, es gibt keinerlei Aussichten auf Lake Hawea, nicht mal die gegenüberliegende Seeseite lässt sich erahnen, gleiches widerfährt mir am Lake Wanaka, daher der Hinweis auf die Links.

Weiter geht die Fahrt auf dem
SH 6 Richtung Haast Pass, mit 563 m der niedrigste Pass in den neuseeländischen Alpen. Aber damit habe ich die Main Divide überquert. Unterwegs besuche ich die Fantail Falls und halte an einer Brücke über den Haast River, der hier noch schmal in sein Flussbett eingeklemmt ist, um weiter gen Küste immer mehr zu mäandern und das Flussbett bis zu 1 km breit macht. Das sanfte Grasland Otagos wechselt in das üppige Grün des Westlands mit riesigen Farnen, Palmen und sonstiger üppiger Bewaldung, schlicht und ergreifend Regenwald. Der SH 6 ist links und rechts regelrecht davon umklammert. Die Westküste liegt eindeutig geschützter als die Ostküste und kann daher solche Vegetation entwickeln.

Im Or
t Haast lege ich eine Pause ein, um einen Happen zu essen > Toast mit Champignons auf Käse mit Chips. Dabei komme ich mir vor wie in einem schlechten Krimi. Die kleine Snackbar wird von mindestens 6 Russen gestürmt, die lauthals auf Russisch schreien und den halben Laden aufkaufen. Dabei werden nach allen Seiten prüfende Blicke geworfen, ob die von der Russen-Mafia sind? Bloß schnell weg und aus deren Reichweite.

Die Straße erreicht unmittelbar die
Tasman Sea, aber aufgrund der schlechten Witterung bleibt nicht viel Aussicht. Die Straße heißt jetzt Glacier Highway und ich bin im Glacier Country unterwegs. Wenig später ist Fox Glacier erreicht, der Ort hat mir vor 12 Jahren schon nicht zugesagt und ich mache mich an die restlichen 23 km. Da ich ab jetzt wieder Frühstücksselbstversorger bin, muss Brot herbei, der kleine Supermarkt in Franz Josef Glacier hat alles was das Herz begehrt. Franz Josef Glacier ist eine kleine Stadt mit gerade mal 330 festen Einwohnern. Whataroa ist 32 km im Nordosten, und die Gemeinde von Fox Glacier ist 23 km zum Südwesten. State Highway 6 verläuft durch die Stadt. Der Waiho Fluss verläuft vom Franz-Josef-Gletscher im Süden, durch die Stadt und in die Tasman Sea auf der Nordwestseite.   Die Stadt ist nach dem Namen Franz Josef Glacier - zu Ehren des Kaisers Franz Josef I. von Österreich benanntDas Gletscher  Terminal  ist 5 km von der Stadt entfernt und seine Zugänglichkeit macht es zu einer wichtigen touristischen Attraktion und ist der Grund, warum viele Menschen Franz Josef besuchen. Die Stadt liegt im Westland Tai Poutini Nationalpark.

Ich checke ein in der Jugendherberge, hier hatte ich ein Zimmer en suite gebucht. Da es immer noch heftig nieselt und man wirklich davon durch und durch nass wird, entschließe ich mich zunächst zu einem Besuch bei dem Kiwi-Aufzuchtzentrum. Tatsächlich sind 2 Kiwis von je 6 Monaten endlich mal zu sehen, leider Foto- und Filmverbot, aber dazu lasse ich mir was einfallen. Und endlich höre ich auch mal die Geräusche, die diese so scheuen nachtaktiven Tiere machen. Jetzt locken mich noch di
e Glacier Hot Pools, von denen ich wahre Wunderdinge gehört habe. Sie liegen toll im Regenwald eingebettet, die 3 Becken mit Temperaturen von 34, 36 und 40° Grad sind von freitragenden Dächern überbaut. Über den Becken liegt ob der Wassertemperaturen leichter Dunst. Leider hat man wenig Platz zum Schwimmen und kann sich fast nur zum Relaxen hineinhocken. Die 40° Grad sind mir nach kurzer Zeit eindeutig zu warm, ich bleibe solange in dem 34° Grad warmen Wasser bis meine Haut anfängt zu schrumpeln. In der kommenden Nacht stellt Neuseeland die Uhren von Sommerzeit auf Winterzeit um, d. h. die Nacht ist eine Stunde länger, dann beträgt die Differenz zu Deutschland 14 Stunden. Ich hatte mich auf die heutige Etappe wegen der sensationellen Ausblicke sehr gefreut, geblieben ist ob des Wetters leider nur ein aha-Effekt!

Webadressen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Crown_Range
https://de.wikipedia.org/wiki/Lake_Hawea
https://de.wikipedia.org/wiki/Lake_Wanaka
https://www.glaciercountry.co.nz/
https://www.wildkiwi.co.nz/

https://www.glacierhotpools.co.nz/
https://www.yha.co.nz/hostels/south-island-hostels/yha-franz-josef/
Wetter: tiefe Wolken, fast ständig Nieselregen, ca. 15° Grad

Gefahrene km: 403

 Crown Range Road

 Lake Wanaka

 Fantail Falls

Regenwald der Westküste
 

06.04.2014 (Sonntag) > Franz Josef Glacier - Kaikoura <
Einige Dinge der gestrigen Etappe kann ich nicht aus dem Kopf bekommen. So habe ich auf einer Zaunlänge von etwa 100 m jede Menge BH’ s in allen Formen und Farben hängen sehen. Die ganze Zeit frage ich mich nach dem Hintergrund, will der jetzige Besitzer mit seiner Potenz oder seinen Eroberungen angeben? Gerade auf den steilen Passstraßen sind mir sehr viele Radfahrerreisende begegnet, was treibt einen Menschen dazu, solche Anstrengungen zu unternehmen? Die Possumkadaver ziehen die Raubvögel an, für die Habichte und Falken wird das Essen auf dem Silbertablett serviert. Die Vögel sind so cool, die fliegen nicht mehr auf, wenn ein Auto kommt. Trotzdem habe ich es noch nicht geschafft, anzuhalten, um die entsprechenden Aufnahmen zu machen, aber Vogelkadaver gibt es auch einige auf den Straßen.
Wenn man vo
n Franz Josef in gerade Linie über die Berge marschieren würde, wären es nur 30 km bis zum Mount Cook Village, aber dazu wird nur gestandenen Bergsteigern geraten.

Beizeiten, ich konnte wegen der Zeitumstellung trotzdem eine Stunde länger schlafen, checke ich aus, dabei muss ich die Bettwäsche selbst abziehen und an der Rezeption abgeben,
YHA eben. Das Wetter hat sich erheblich verbessert, die Berge sind zu sehen! Auf dem SH 6 setze ich die Fahrt Richtung Greymouth fort. Mal scheint die Sonne, dann wieder Wolken, dann Niesel, so richtig weiß das Wetter nicht, was es will. Kurz vor Greymouth begleitet mich der Schienenstrang des Trans Alpine, leider ist es wieder die falsche Zeit. Ich breche in Gelächter aus, als ich auf einer Koppel eine Kuh auf den Knien liegend sehe, den Hals unter dem Zaun durch, den Hintern steil in die Höhe. Ich wundere mich immer wieder über den geringen LKW-Verkehr, gut, heute ist Sonntag, aber trotzdem müssen doch auch in NZ die Waren transportiert werden. Die LKW haben übrigens bis zu 8 Achsen, bei uns sind nur 5 erlaubt.

Hier entlang der Küste sehe ich erstmals wieder meinen absoluten Lieblingsbaum, di
e Norfolk Pine > araucaria heterophylla. In Australien habe ich mich in den Baum verliebt, es gibt ihn in Südeuropa, aber bislang habe ich mir vergeblich die Hacken abgelaufen, einen Baum zu kaufen und zu pflanzen. In Greymouth zweigt der SH 7 ab Richtung Ostküste. Ich durchfahre wahre Orgien von Beech-Wäldern, allerdings muss dies die rote Sorte ein. Der Stamm ist fast schwarz und an einigen abgesägten Ästen kann ich eine orangerote Holzfärbung erkennen. Bei der Vorstellung, dass ein Baum davon bei einer Höhe von etwa 25 – 30 m bereits 500 Jahre auf dem Buckel hat, was könnte der erzählen. Dabei knocken sich die Bäume noch selbst aus, sind sie doch Flachwurzler und jedes Lüftchen haut sie um wie zahlreiche umgestürzte Stämme leider beweisen. Sie wachsen kerzengerade und haben sich zu Segelschiffzeiten hervorragend als Masten geeignet.

Der
SH 7 führt über die Lewis Pass Road und nennt sich jetzt Alpine Pacific Triangle, die Passhöhe liegt auf 864 m. Damit habe ich alle Überquerungen der Alpen gefahren. Was ich heute und gestern an Serpentinen, Spitzkehren usw. gefahren habe, spottet jeder Beschreibung, im Vergleich dazu ist die Großglockner Hochalpenstraße, die ich vor einigen Jahren befahren habe, ein Klacks. An einem an der Straße gelegenen Weingut erhasche ich einen Blick auf dicke Trauben an den Rebstöcken.

Nach langen 503 km, die längste Etappe der ganzen Reise, komme ich endlich an der Querverbindun
g SH 1 Richtung Norden an. Mein Ziel heißt Kaikoura, direkt gelegen an einer Bucht des Südpazifiks. Grandios ist das Panorama des Städtchens der Region Marlborough vor den aufragenden Kaikoura Ranges mit dem 2885 m hohen Tapuae-o-Uenuku, dem höchsten Berg Neuseelands außerhalb der Southern Alps – unübertrefflich. Die Stadt ist in ganz Neuseeland bekannt für die guten Möglichkeiten Delfine, Wale, Haie und Robben zu sehen, bzw. mit diesen zu schwimmen.

Nachdem ich gestern per Zufall eine Unstimmigkeit für die heutige Buchung entdeckte, dies aber per Email klären konnte, ergibt sich beim Einchecken, dass mir schlicht und ergreifend ein falsches Datum bestätigt wurde, die Reservierung aber für den heutigen Tag Bestand hat. Mein Zimmer liegt im ersten Stock der
Dusky Lodge, die wie ein YHA geführt wird. Nun bleibt mir noch der Gang zu World of Whales, wo ich eine Reservierung für einen Heliflug zu Morgen habe. Wieder bin ich bislang einziger Gast, mal schauen was draus wird. Ich schaue mir noch die Geschäfte an und gönne mir 2 riesige Kugeln Eis. In der Lodge entdecke ich den Pool, er ist 26° Grad warm, jetzt gibt es kein Halten mehr.

Webadressen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zimmertanne
https://www.kaikoura.co.nz/
https://www.duskylodge.com/index.htm
Wetter: von allem etwas, bis 20° Grad

Gefahrene km: 503


 Kaikoura

 
07.04.2014 (Montag > Kaikoura - Richmond <
Genau heute vor 14 Tagen hat meine Reise begonnen, also ist jetzt Halbzeit plus 2 Tage. Meine gestrige böse Vorahnung hinsichtlich des Heli-Fluges bestätigt sich leider. Nach wie vor bin ich einziger Gast und 2 müssen es sein, damit sie starten. Ich gebe noch 1 ½ Std. dazu, aber es tut sich nichts. Dabei erfahre ich auch noch, dass ein Wal ziemlich in der Nähe gesichtet wurde. So was nennt man schlicht und ergreifend Pech gehabt. Schweren Herzens mache ich mich auf, um den SH 6 Richtung Norden zu befahren.

Hatte ich gestern geglaubt, dass die Serpentinen und Spitzkehren an der Küste nicht existent sind, werde ich rasch eines besseren belehrt. Der
SH 6 führt teilweise unmittelbar am Pazifikstrand entlang, der Sand ist schwarz und teils ist es sehr felsig. Die Brandung schlägt hohe Wellen. Ich komme der Weinbauregion Marlborough, die Weingegend auf der Südinsel, immer näher.

Die Weingüter reihen sich rund um
Blenheim wie Perlen an der Schnur. Hier wird vor allem Weißwein angebaut. Weingüter mit Namen wie Nautilus und Cloudy Bay sind mir durchaus ein Begriff. Der Sauvignon Blanc von Nautilus kostet in Deutschland die Kleinigkeit von 14,95 € während die Weine von Cloudy Bay bei 24,95 € anfangen. Bislang habe ich mich hier mit einem Merlot Cabernet Sauvignon von Montana, die heißen jetzt Brancott (auch eines der angesagtesten Weingüter Neuseelands) beschäftigt. Da ich die nächsten 2 Tage über einen Kühlschrank verfüge, konnte ich beim heutigen Einkaufen an einem fruchtigen Chardonney gleicher Quelle nicht vorbeigehen. Mir schmeckt er, der geneigten Leserschaft kann ich leider keine Kostprobe zukommen lassen, da müsst Ihr Euch schon selbst drum kümmern, soweit ist das Internet zum Glück noch nicht.

Wieder geht die Fahrt über Berg und Tal. Da die Küste in unmittelbarer Nähe ist, werden regionale Fangspezialitäten von Hummer bis zu Muscheln frisch angeboten. Schließlich erreiche ich
Nelson und fahre die restlichen 13 km bis Richmond, wo mein Motel liegt. Das scheint mal wieder ziemlich neu zu sein und die Einrichtung lässt keine Wünsche offen. Wie schon gesagt, habe ich eine komplette Kochecke incl. Kühlschrank und Mikrowelle. Vor allem der Kühlschrank ist mir wichtig. Das Internet gibt es wie so oft schon kostenfrei.

Richmond  liegt 13 km südlich von Nelson, nahe dem Südende der Tasman Bay. Beim Zensus 2006 hatte Richmond über 14.000 dauernde Einwohner, 2001 waren es noch 12.912. Die Stadt liegt am SH 6, von dem in Richmond der SH 60 abzweigt und ist besonders bei Pendlern nach Nelson beliebt. Richmond wurde 1842 als Siedlung durch die New Zealand Company gegründet und erhielt seinen Namen von dem Siedler Schneider George Snow nach Richmond upon Thames in England, aus dem er stammte.

Mich interessiert vor allem ein Punkt, nämlich der Mittelpunkt von Neuseeland und der liegt in Nelson, zumindest war er es (siehe Link). Nach dem Studium eines Stadtplanes unter Zuhilfenahme des Reiseführers finde ich für das Navi eine Adresse.  Die Botanical Reserve weist gut ausgeschilderte Wege aus, aber alle führen steil bergan. Das ist bei den stark gestiegenen Temperaturen mal wieder sehr schweißtreibend. Auf dem Gipfel steht eine Skulptur, die den Mittelpunkt markieren soll, das interessiert mich weniger, aber die Aussicht lohnt die Mühe auf jeden Fall. In der Reserve gibt es auch den nördlichsten Kauribaum Neuseelands, da er erst um 1940 gepflanzt wurde, ist er äußerst mickrig.

Mit Hilfe des Navis suche ich mir noch einen
Countdown-Supermarkt, das ist der neuseeländische Ableger vom australischen Woolworth, wie ich gerade auf der Wikipediaseite gelesen habe. Daher sind die mir so sympathisch, vor allem haben sie 7/24 geöffnet. Mir ist das Obst ausgegangen und Brot brauche ich auch. Übrigens eine Info für alle Raucher, die Schachtel kostet hier lockere 14 NZ$. Interessant finde ich auch, dass beim Kauf von Alkohol, also in meinem Fall die Weinflasche, die Kassierer/innen per Glocke einen Vorgesetzten rufen, der erst mal prüft, ob man alt genug ist. Ich versorge noch das Auto und habe Feierabend. Es ärgert mich nur, dass es aufgrund der Zeitumstellung bereits ab 18 h ziemlich dunkel wird, das war vorher eindeutig besser.
Webadressen:
https://www.cloudybay.co.nz/
https://www.nautilusestate.com/
https://www.brancottestate.com/
https://www.richmondunlimited.co.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Nelson_(Neuseeland)
https://www.countdown.co.nz/
https://www.oxfordcourtmotel.co.nz/index.html
Wetter: neblig bis heiter wolkig, 14 – 25° Grad

Gefahrene km: 260






 Nelson

 
08.04.2014 (Dienstag) > Richmond <
In der Nacht ist erneut das Wetter umgeschlagen, es regnet wieder. Mein heutiges Ziel heißt einzig und allein AbelTasman National Park. Wegen des Wetters stricke ich alles radikal um, eigentlich wollte ich wandern, aber nass bis auf die Haut werden kann ich auch zu Hause. Daher folge ich mal wieder einer Reiseführerempfehlung, aber ob das alles so richtig ist, weiß ich hinterher auch nicht. Auf jeden Fall sind es die von mir geliebten Nebenstraßen. Ich glaube, Touris hat es hierhin noch nie verschlagen. Die Gegend von Marlborough muss mit einem wirklich exzellenten Klima gesegnet sein. Abgesehen von zahllosen Gärtnereien sehe ich Obstplantagen von Äpfeln, Birnen, Kiwis, Pflaumen, Walnüssen, Mandarinen und zig Beeren und alles ist reif und leuchtet mich an. Die Bäume, soweit ich es erkennen kann, leider ist mir davon nicht ein Foto geglückt, weil immer dann kann ich nicht anhalten, biegen sich vor roten Äpfeln und goldgelben Birnen. Es wird viel davon im Direktverkauf angeboten.

Meine gewählte Route nennt sich irgendwie was mit Taste und Gourmet, gelandet bin ich auf einer heftigen
Gravelroad mit Sandschlammbelag, wegen des Regens hat das Auto diese Farbe binnen kurzem bis übers Dach. Die Runde endet am SH 60 und ich will diesem eigentlich mit Abstechern bis Collingwood folgen. Aber jedes Mal, wenn ich einem, wenn auch nur klitzekleinen Aufhellen des Himmels folge, regnet es dort garantiert wieder. Ich sehe goldgelbe Sandstrände, die bei gutem Wetter für zig Fotos gestanden hätten. So wie ich es mir gewünscht habe, gebe ich es mit diesem direkten Eindruck wieder: https://www.youtube.com/watch?v=B9ITt88BiAY . Aber man kann halt nicht alles haben. Auch mein Versuch, irgendwo ein Boot zu finden und zumindest die Buchten vom Wasser aus zu sehen, scheitert wegen des Wetters. Bis Collingwood fahre ich dann gar nicht erst mehr, die Golden Bay sehe ich aber.

Auf dem Rückweg über einen wieder irren Pass komme ich auf einen Unfall zu. Ein LKW-Fahrer sichert bereits den glücklicherweise in die Wand gefahrenen Campingbus, zur anderen Seite wäre nur freier Fall gewesen, da keine Leitplanke. Ich halte kurz, bekomme aber sofort das „Okay“-Signal, einzig der Bus ist Schrott. Zurück in
Richmond hat der Regen aufgehört und ich fahre mit dem Auto in die Waschanlage. Danach suche ich per pedes die Einkaufsstraße auf, ein paar neue Trekkinghalbschuhe müssen her, meine hat es zerfetzt. Für NZ$ 49,95 werde ich fündig.

Webadressen:
https://www.theabeltasman.com/
https://www.goldenbaynz.co.nz/
Wetter: Regen, später trocken, bedeckt, ca. 17° Grad

Gefahrene km: 312




 Golden Bay


09.04.2014 (Mittwoch) > Richmond - Wellington <
Es hat in der Nacht erneut angefangen zu regnen und es regnet auch den ganzen Weg von Richmond nach Picton. Das ist der Fährhafen zur Überfahrt von der Süd- auf die Nordinsel. Zielhafen auf der Nordinsel ist Wellington. Das Auto riecht bei diesem Wetter innen stark nach nassem Hund, das ist immer wieder gewöhnungsbedürftig.

Mit 3794 gefahrenen Kilometern verlasse ich die Südinsel. Meine Fährgesellschaft heißt
Interislander und die Überfahrt ist in der Automiete enthalten. Meine Fähre heißt „Aruhura“ und wurde mal in Dänemark gebaut. Befördert werden jährlich ca. eine Million Passagiere und 230.000 Fahrzeuge auf 5700 Überfahrten (Stand Juli 2008). Eine Überfahrt dauert ca. 3 Stunden für eine Entfernung von 92 km und verläuft nicht selten stürmisch, insbesondere auf dem Abschnitt im offenen Meer der Cook Strait. Die schlechte Nachricht ist, dass die Ersatzfähre für die seit Januar mit Wellenschaden in Reparatur befindliche Fähre gestern Nachmittag in Wellington ebenfalls ausgefallen ist, weil sie aufgrund von starken Winden an die Kaimauer geschleudert wurde. Zum Glück bin ich nicht auf dieser gebucht. Die Überfahrt ist etwas rau, Wellen von 2 – 4 m Höhe. Aber ich habe Vorsorge mit Tabletten gegen Seekrankheit getroffen.

Der Weg zum Quartier ist dank Navi mal wieder sehr einfach. Ich wohne wieder in einem B & B. Parken kann man nur auf der Straße und man muss heftig aufpassen, weil hier sofort für alles und nichts Tickets verteilt werden. Zusätzlich bekomme ich von meinem Gastgeber einen Anwohner-Parkausweis. Da die Fähre fast 1 ½ Std. Verspätung hatte, beeile ich mich, um noch zu de
n Weta-Studios zu fahren. Auf dem Weg dort hin komme ich am Flughafen vorbei, die Einflugschneise geht über den Hafen und die daran folgende Straße. Man glaubt wirklich, das Fahrwerk des landenden Fliegers greifen zu können. Dabei bieten sich spektakuläre Aussichten auf die Flieger. In den Weta-Studios nehme ich an einer Besichtigungstour hinter die Kulissen teil. Es wurden hier Filme technisch bearbeitet, die alle einen großen Namen tragen, so z.B. Herr der Ringe, Der Hobbit, Die Chroniken von Narnia, Avatar, King Kong usw.. Foto- bzw. Filmaufnahmen sind allerdings wegen des Copyrights verboten.

Die neuseeländische Nordinsel wird durch die 35 km breit
e Cook Strait von der Südinsel getrennt. Die Nordinsel bildet den Siedlungsschwerpunkt des Landes, auf ihr befinden sich die größte Stadt Auckland
und die Hauptstadt Wellington. Die Fläche beträgt 113729 km². Im Inselinneren befinden sich mehrere aktive Vulkane und Geysire. Höchster Vulkan ist der Ruapehu mit einer Höhe von 2797 m. Der Maori-Name für die Nordinsel lautet Te Ika-a-Maui (Der Fisch des Maui). Dies rührt von der Form der Insel her und ihrer mythologischen Entstehungsgeschichte, mit Wellington als Kopf, Taranaki im Westen und das East Cape im osten als Flossen und Northland nördlich von Auckland als Schwanz des Fisches.
Webadressen:
https://www.interislander.co.nz/
https://www.wetanz.com/cave/
https://www.richmondguesthouse.co.nz/
Wetter: Regen, bedeckt, bis 17° Grad

Gefahrene km:177


Picton





 Im Bauch der Fähre

 
10.04.2014 (Donnerstag) > Wellington <
Wellington (Māori: Te Whanganui-ā-Tara) ist die Hauptstadt von Neuseeland und nach Auckland der zweitgrößte Ballungsraum des Landes. Die Stadt hat 448.956 Einwohner mit Umland und befindet sich an der Südspitze der neuseeländischen Nordinsel. Das Gebiet ist das politische und kulturelle Zentrum des Landes sowie Mittelpunkt der neuseeländischen Film- und Theaterindustrie. Der Rang als Kulturhauptstadt Neuseelands ist jedoch durch das in diesem Bereich aufstrebende Auckland bedroht. Bekanntheit erlangte Wellington für seine malerische Lage zwischen Naturhafen und grünen Hügellandschaften, in die abgestufte Vororte eingebettet sind, die oft aus kolonialen Villen bestehen. Die Māori-Bezeichnung Te Whanganui-a-Tara bezieht sich auf den angrenzenden Wellington Harbour und bedeutet übersetzt „Der große Hafen des Tara“, während Pōneke nur die transkribierte Version von „Port Nick“, der früheren Bezeichnung für die Stadt ist. Dank ihrer Lage an einer Landspitze bietet die Stadt eine Angriffsfläche für starke Windströmungen, daher auch der Spitzname der Stadt: Windy Wellington, also „Windiges Wellington“. Als absolutely positively vermarket sich Wellington selbst, über windy Welli lästern hauptsächlich die Kiwis aus anderen Landesteilen. Die Stadt liegt über einer geologischen Bruchzone, die schlimmsten Folgen daraus waren 1855, als sich Platten hoben, auf denen heute das Stadtzentrum steht. Wellington liegt zwischen Bergen und Meer, die Stadt aus erhöhter Warte zu betrachten, ist eine wahre Augenweide, wenn man sie denn sieht.

Nach dem Frühstück mache ich mich mit Navi auf dem Weg zum
Botanic Garden, das ist gleichzeitig der Aussichtspunkt Mount Victoria. Aber wie bereits gesagt, man sieht absolut nichts und einen Parkplatz für mehrere Stunden finde ich auch nicht. Das scheint hier ohnehin Mangelware zu, kein Wunder bei den hügeligen Straßen, auf denen immer nur Anwohnerparken erlaubt ist. Frustriert versuche ich es auf dem Rückweg in die Stadt am Hafen und werde schließlich in der Parkgarage des Nationalmuseums Te Papa Tongarewa fündig. Ist zwar nicht ganz billig, aber ich habe einerseits einen Höllenrespekt vor den hier fahrenden O-Bussen und andererseits komme ich sonst nie in die Stadt. Beim Frühstück suchte ich mir meine persönlichen Highlights heraus und versuche sie nun abzulaufen.

Erste Anlaufstelle ist das
Museum Of Wellington City and Sea. Erstaunlicherweise kostet es keinen Cent, ein Museum zu besuchen, überall ist der Eintritt frei. In diesem Museum verfolge ich gebannt die Unglücksgeschichte der Interislanderfähre „Wahine“, die am 10.04.1968 bei der Ausfahrt aus Wellington in einen gewaltigen Sturm lief, zusätzlich eine Schraube verlor und letztlich Maschinenausfall hatte. Sie trieb auf ein Riff und kenterte. Von den 734 Menschen an Bord starben 51. Es gibt eine Gedenkenecke, an der immer ein frischer Strauß Blumen sowie ein Kranz liegen. Zu meiner Überraschung wird ein riesiges Modell des deutschen Seglers „Pamir“ gezeigt, dieser war während des Krieges requiriert und neuseeländisches Segelschulschiff und galt in dieser Zeit als maritimes Wahrzeichen.

Am riesigen Hauptbahnhof vorbei laufe ich noch fast trockenen Fußes (Regenjacke ist vorsichtshalber angezogen) bis zu
Old St Paul`s, die älteste Kirche in Wellington wurde 1866 eingeweiht und ist komplett aus einheimischen Hölzern erbaut. Die Decke des Kirchenschiffs ist aus polierten Hölzern. Die Kirche ist zwar noch geweiht, aber alle regulären Gottesdienste finden in der 1998 fertig gestellten neuen Kathedrale statt, ein nichtssagender Steinbau. Vorbei am bienenkorbartigen Parlamentsgebäude laufe ich zurück in die City um zunächst in der Old Bank Arcade, einem restaurierten Bankgebäude, etwas in den Magen zu bekommen. Ähnlichkeiten im Inneren mit Sydneys Queen Victoria Building lassen sich nicht von der Hand weisen, zeichnet doch der gleiche Unternehmer dafür verantwortlich.

Kaum wieder am Tageslicht kann ich es kaum fassen, es schüttet wie aus Eimern. Unter den vorstehenden Ladendächern entlang folge ich den Hinweisschildern zum
Lambton Quay, darin verborgen die Talstation der Wellington Cable Car. Auf einer Strecke von 610 m überwindet sie immerhin 120 Höhenmeter. Das Returnticket kostet 7 NZ$. Wagemutig erwarte ich durch den Regen eine bessere Aussicht, aber weit gefehlt. Daher falle ich in das Cable Car Museum ein, wo auch ältere Waggons gezeigt werden. Mein Plan, den Botanic Garden, der schon von hier einen tollen Eindruck macht, zu durchforsten, weil auch Schauplatz von Szenen für „Herr der Ringe“ fällt schlicht und ergreifend dem Wetter zum Opfer. Ich greife notgedrungen in meinen Rucksack und ziehe auch noch die Regenhosen an.

Dann zurück mit der
Cable Car in die Stadt und zum Nationalmuseum Te Papa Tongarewa. Im Gegensatz zum vorherigen Museum ist hier das Fotografieren verboten, weil das die Gefühle der Maori verletzen könnte. Nichtsdestotrotz sehe ich einige Hartgesottene mit Fotoapparaten und Smartphones fleißig Fotos machen. Meinen Rucksack gebe ich in die Aufbewahrung, die Regenklamotten hatte ich vorher im Auto deponiert. Das Museum ist ebenfalls eintrittfrei und beeindruckt mich sehr. In dem Gebäude wurden 317 Mio. NZ$ verbaut, hauptsächlich in Erdbebenschutz investiert. In der Eingangshalle hängt das beeindruckende Skelett eines Blauwals, der von Orcas gejagt wurde und hier vor der Küste verendete. Ganz zum Schluss entdecke ich ein Pferdeskelett, es ist das Original des legendären australischen Rennpferdes „Phar Lap“, der in seiner kurzen Rennkarriere allein 3 x den Melbourne Cup für sich entscheiden konnte, das bedeutendste Pferderennen in diesem Teil der Erde. Sein Besitzer brachte ihn 1932 in die USA, dort gewann er weiter und verendete kurz darauf. Es gab lange Zeit reine Spekulationen über die Ursache, bis in den 90iger Jahren anhand einer Haaranalyse eine Arsenvergiftung als Todesursache ermittelt wurde. Beim Verlassen des Museums regnet es immer noch und ich fahre zurück ins Quartier.

Webadressen:
https://www.wellingtonnz.com/
https://www.museumswellington.org.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Old_Saint_Paul%E2%80%99s_(Wellington)
https://www.wellingtoncablecar.co.nz/
https://www.oldbank.co.nz/
https://www.tepapa.govt.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Phar_Lap
Wetter: Regen, tiefe Wolken, 12° Grad

Gefahrene km: 21


Wellington, Parlamentsgebäude

Wellington, Old St. Paul's



 
11.04.2014 (Freitag) > Wellington - Stratford <
Bislang war ich mit meinen Übernachtungen eigentlich zufrieden, hier in Wellington ist das Zimmer auch okay. Aber wenn es zum Frühstück nur zig Sorten Körner gibt, dann ist das nicht das Wahre für mich. Notgedrungen arrangiere ich mich mit Rice Krispies, weil ich die kenne. Der Vermieter hat meines Erachtens einen leichten Dachschaden, auf der einen Seite bietet er Internet kostenfrei an und dann ist irgendwas am Router falsch eingestellt, so dass es keine Verbindung gibt, selbst wenn man im Router sitzt. Zunächst vermute ich in meinem Laptop einen Fehler, aber als mein E-Book-Reader auch keine Internet-Verbindung  aufbauen kann, ist mir klar, dass meine Geräte keine Macken haben. Das geht ohnehin nicht nur mir so, sondern auch anderen Gästen. Im Frühstücksraum steht für die Gäste ein Uralt-PC, von dem habe ich gestern einige Emails gesandt, das war auch falsch, weil ich angeblich den PC blockiert hätte, ich war einziger Gast im Raum und man möge doch bitte seine PC’s nur auf dem Zimmer nutzen. Nun Schwamm drüber, aber empfehlen kann ich das B & B unter diesen Umständen nicht.

Über Nacht ist es erheblich wärmer geworden und der Regen hat aufgehört. Aus dem Frühstücksraum sehe ich den
Mount Victoria zum ersten Mal. Das lässt mich hoffen und ich füttere das Navi nochmals mit den Daten für den Botanic Garden um endlich die Stadt von oben zu sehen. Auf halber Strecke kommen die Wolken zurück und ich gebe auf, zu früh wie sich später herausstellt.

Der
SH 1 führt als Motorway mindestens 4spurig aus der Stadt nach Norden. Dabei komme ich nochmals am Hafen vorbei und sehe die havarierte Interislander-Fähre „Stena Allegra“ mit erheblicher Schlagseite am Kai liegen. Etwas weiter liegt die 9:00 h-Fähre „Kaitaki“ zur Südinsel, die ihren Bauch mit Autos füllt. Die Sonne kommt raus und die Sonnenbrille muss auf die Nase. Übrigens ist mir in Wellington aufgefallen, dass die Neuseeländer allesamt auch der Handymania erlegen sind, jeder hat sein Smartphone in der Hand, hört Musik damit, schreibt eifrig SMS oder telefoniert sogar.

Der
SH 1 ist sehr lange vierspurig ausgebaut. Bei Palmerston North wechsele ich auf den SH 3 gen Westen. Wer übrigens glaubt, die Nordinsel sei weniger hügelig, der liegt einem Irrtum auf. Es mögen vielleicht nicht so viele Passstraßen wie auf der Südinsel existieren, aber die Berg- und Talfahrten habe ich heute wieder zur Genüge. Durch die wärmere Luft muss eine gute Thermik vorherrschen, ich sehe an vielen Stellen Raubvögel segeln. Mir fallen die vielen Kleinstkirchen auf, meistens aus Holz, wenige aus Stein, manche sind so winzig, dass vielleicht 20 Menschen hineinpassen, das ist übrigens unabhängig von den Konfessionen. Wenn es danach ginge, Neuseeland ausschließlich vom Sattel aus zu erkunden, die Anzahl der Reitställe, die Trails anbieten, reiht sich nahtlos an das Angebot der Südinsel. Unterwegs drückt die Blase und ich bekomme Kaffeedurst. In Hawea nutze ich die Chance für eine Pause und verdrücke einige leckere Kekse.

Schließlich liegt
Stratford vor mir und ich sehe Hinweisschilder auf Shakespeare, es muss demnach eine Verbindung zum englischen Stratford on Avon geben, welche, habe ich noch nicht rausbekommen. Stratford ist Hauptstadt der neuseeländischen Region Taranaki.  Die Ortschaft ist außerdem Verwaltungssitz des in den Regionen Taranaki und Manawatu-Wanganui liegenden und nach ihr ernannten »Stratford-Distrikts«. Der 2161 km² große Stratford-Distrikt liegt größtenteils im Zentrum der Region Taranaki. Der Distrikt bietet Zugang zu zwei beliebten Nationalparks: Erstens dem Egmont-Nationalpark, zu dem das Gebiet um den kegelförmigen Mount Taranaki gehört, und dem Whanganui-Nationalpark weiter östlich, zu dem weite Urwälder an den Ufern des Whanganui River gehören.

Das Motel liegt zwar direkt am SH 3, aber der Autolärm ist kaum zu hören. Ich beziehe wieder eine halbe Wohnung mit Wohnraum (Küche, Essecke, Couch), Schlafzimmer und Bad. Wie bislang in jeder Übernachtung ist das Bett ein Doppelbett. Alles ist wirklich topp und sein Geld wert. Im Visitor Centre besorge ich mir diverse Prospekte, denn der Zweck des Aufenthalts hier hüllt sich im Moment noch in Wolken. Es ist der sehr launenhafte 2518 m hohe Mount Taranaki, ein Vulkan. Der zugehörige Egmont Natonal Park ist fast kreisrund um den Berg herum angelegt und genauso reihen sich die Orte aneinander, wobei man an 2 Seiten auf die offene See stößt. Ich lese in einem Prospekt etwas über den Surf-Highway, der teilweise Bestandteil der Umrundung ist und schon bin ich unterwegs. Die Tour lohnt sich wirklich, bekomme ich nicht nur den Mount Taranaki in voller Schönheit zu sehen, leider zu meiner Enttäuschung ohne erhabene Schneemütze, sondern auch die ganze Küste mit den vielen Surfstränden. Der Sand ist schwarz und die Brandung auch für Anfänger geeignet. Einen netten Sonnenuntergang erlebe ich auch noch.

Webadressen:
https://www.stratford.govt.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/New_Zealand_State_Highway_45
https://www.broadwaylodgemotel.co.nz/
Wetter: Regen, später aufklarend mit Sonne, ca. 20 – 22° Grad

Gefahrene km: 328


 Mount Taranaki



 
12.04.2014 (Samstag) > Stratford<
Der annähernd perfekte, zuletzt im 17. Jh. aktive Vulkankegel des 2518 m hohen Mount Taranaki – mit kolonialem Namen Mount Egmont – trägt je nach Jahreszeit ein mehr oder weniger großes Schneehäubchen, was ihn optisch noch attraktiver macht. Leider versteckt er den Gipfel gern unter Wolken, die von der Tasman Sea hereinkommen; 6 – 8 m Niederschlag lassen sie im Jahr auf seine oberen Hänge prasseln. Zum Glück gibt es nur wenige Tage, an denen er rund um die Uhr unsichtbar bleibt. Streckt er sich jedoch hüllenlos in einen blauen Himmel, dann zählt er zu den schönsten Bergen der Erde. Nach der Maori-Mythologie stammt der Mount Taranaki aus dem Kreis der Götter-Vulkane im Central Plateau. Dort hatte er sich an die schöne Pihanga, die Frau des mächtigen Tongariro herangemacht. Als der von dieser heißen Liebe Wind bekam, gab es einen Kampf mit gewaltigen Ausbrüchen. Taranaki unterlag und musste in diesen letzten Winkel des Landes im Westen fliehen. Die vielen Flüsse, die an seinen Hängen hinunterlaufen, sind Tränen über die verlorene Liebe. Den Gipfel und die umliegenden 33750 ha schützt der Egmont National Park, bereits 1900 als zweiter Nationalpark des Landes eingerichtet.

In der Nacht regnet es was die Kanne hergibt. Eigentlich sehe ich da schon schwarz für meine Wanderaktivitäten rund um den
Mount Taranaki. Es gibt 3 Zugänge, die man bis auf rund 1200 m anfahren kann, einer liegt direkt hier in Stratford und den suche ich mir aus. Ab der Beschilderung Egmont National Park fahre ich durch eine grüne Wand, das ist tatsächlich dichter Regenwald völlig urwüchsig belassen. Der Regenwald wirkt geradezu verzaubert und undurchdringlich, die Bäume sind von Moos und Epophyten besiedelt und durch Schlinggewächse miteinander verknüpft. Je weiter man hinauf fährt, desto lichter wird der Wald wieder, die Bäume schrumpfen auf Buschgröße. Auf dem Parkplatz angekommen, stehe ich in den Wolken und sehe absolut gar nichts und kalt ist es außerdem. Jacke an, Wanderschuhe an und los geht es, mein Ziel sind die Dawson Falls. Nur wird mir das nach wenigen 100 m zu gefährlich, der Track steht fast vollständig unter Wasser und die Hose ist wegen der Enge und des dichten Bewuchses bereits bis zu den Knien nass, also kehre ich um, in der Hoffnung, dass der Berg ein Einsehen hat und im Laufe des Tages seinen Gipfel zeigt, dann kann ich immer noch reagieren. Lange Zeit stehe ich noch an einem Lookout und beobachte die treibenden Wolken, die ab und an einen Blick in das Tal, in dem die Sonne scheint, freigeben.

Bei dem schönen Wetter entschließe ich mich zur Weiterfahrt nach
New Plymouth, was direkt am Meer liegt und mir gestern in der Hafengegend so komische Spitzkegel gezeigt hat. Es handelt sich um das Schutzgebiet Sugar Loaf Marine Reserve, dieses darf aufgrund der seltenen Tierarten nicht betreten werden. Auf dem Weg nach New Plymouth fallen mir kilometerlange Koppelzäune auf, auf den Schildern steht etwas von Vollblutzucht. Des Weiteren weiß ich jetzt, wie die riesigen hohen Hecken geschnitten werden. An einem Traktor ist seitlich ein fast 4 m hohes Heckenscherenblatt befestigt und damit wird das Werk verrichtet. Hatte ich neulich von dem BH-Zaun berichtet, hier noch der Link dazu:
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/boulevard_nt/article125449770/Es-herrscht-wieder-Ruhe-am-BH-Zaun.html , sehe ich heute ähnliches mit Turnschuhen und Fahrrädern, das wirkt nur nicht so interessant. Die Neuseeländer sind übrigens sehr gelassene Autofahrer, bei den ständigen Polizeikontrollen wohl kein Wunder, einzig ihre Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, die sollte man schon fahren, obwohl bei den vielen passing lanes kann man auch langsamer fahren.

Unterwegs zweige ich  ab zum
Lake Mangamahoe, der soll angeblich den klassischen Postkartenblick auf den Mount Taranaki bieten, nur nicht heute. Es gibt einen Rundwanderweg (2 Std.) um den See, der wirklich sehr schön liegt und große Populationen von Enten, Gänsen und schwarzen Schwänen hat. Aus lauter Verzweiflung laufe ich bei Sonnenschein los, nur um immer mal wieder aus den regelmäßig auftauchenden schwarzen Wolken eine Abkühlung zu bekommen. Bei dem feuchtwarmen Wetter ist das ewige auf und ab rund um dem See äußerst schweißtreibend, meine Trekkinghose klebt mir an den Beinen und ich habe das Gefühl wie ein Iltis zu stinken. Richtung Stratford sind 2/3 des Berges zu sehen und ich zweige in froher Hoffnung im Mount Egmont Village ab Richtung Berg. Oben angekommen ist wieder alles in den Wolken. Ich gebe es auf und fahre zurück ins Quartier, alle meine Klamotten waschen, hier besonders günstig für insgesamt nur 2 NZ$ und Bügeleisen nebst Bügelbrett ist auch vorhanden. Mich selbst stelle ich unter die hochwillkommene Dusche.

Webadressen:
https://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/national-parks/egmont/
https://en.wikipedia.org/wiki/Sugar_Loaf_Islands
https://www.newplymouthnz.com/OurDistrict/Attractions/Walkways/LakeMangamahoe.htm
Wetter: im Tal Sonne, am Berg Wolken, zwischendurch etwas Nieselregen, bis 24° Grad
Gefahrene km: 300

 
Sugar Loaf Marine Reserve


Lake Mangamahoe



 Swingbridge

 
13.04.2014 (Sonntag) > Stratford - Rotorua <
Den Weg nach Rotorua trete ich an auf dem Forgotten World Highway, einem Prospekt aus dem Visitor Centre in Stratford folgend. Den SH 43 gibt es schon lange, aber nur wenige Autofahrer wählten bislang die kurvenreiche Strecke. Ich hatte ihn in meiner Routenplanung, allerdings nicht unter diesem Namen sondern einfach, weil es die kürzeste Verbindung zwischen Stratford und Rotorua ist. Die Strecke zwischen Stratford und Taumarunui beträgt in etwa 155 km und das entspricht auch der Länge von SH 43. Begegnet sind mir auf der ganzen Strecke vielleicht 10 Autos. Meine Geschwindigkeit beträgt im Durchschnitt um die 60 km/h, es sind dazwischen etwa 12 km Gravelroad, aber gut befestigt. Wäre ich allen Hinweisen zu was auch immer unterwegs gefolgt, u.a. zu den höchsten Wasserfällen auf Neuseelands Nordinsel mit 3 Stunden Fahrzeit, hätte ich eine Übernachtung einschieben müssen.

Diese Strecke gehört ab sofort mit zu den schönsten, die ich je gefahren habe. Hinter jeder Kurve ein neues Bild, wie viele Minipässe dabei überquert werden, das vermag ich nicht mal zu sagen. Aussichtspunkte gibt es reichlich, einzig den Blick auf de
n Mount Ruhapehu und den Tongariro verpasse ich irgendwie, weiß aber auch nicht ganz genau, wann ich wohin zu schauen habe. Das Tempo darf kaum höher sein, auf der Straße treffe ich folgende Viecher an: Schafe, Ziegen, Enten und Raubvögel. Ein Raubvogel fliegt so knapp auf, dass ich ihn fast erwische, mein Kopf war schon eingezogen. Außerdem sind an vielen Stellen Erd- und Geröllabrutsche auf der Straße gelandet, die dicken Steine möchte ich nicht unbedingt mit dem Auto überfahren. Unterwegs bewundere ich wieder mal die Sauberkeit der öffentlichen Toiletten, meistens sind sie in Edelstahl gehalten einschließlich Waschbecken, es ist immer Papier auch für die Hände vorhanden, von Seife ganz zu schweigen. Überhaupt sehe ich bislang nirgendwo am Straßenrand die bei uns üblichen Hinterlassenschaften von z.B. MacDoof-Kästen/Tüten oder dergleichen, vielmehr mitten im Nirgendwo einen Straßenrandreiniger, wo der herkommt, das wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

Das Südufer de
s Lake Taupo, dem größten Binnensee Neuseelands kommt in Sicht, nach dem Straßenwechsel bin ich auf SH 41 Richtung Taupo unterwegs und wechsele auf den Haupt-SH 1. Lake Taupo ist ein einziger gefüllter Vulkan, wenn der sich mal überlegen sollte, nochmals zu explodieren, Gnade allen im weiten Umkreis. Plötzlich entlang der Fahrt des Seeufers löst sich der Saugfuß vom Navi und das komplette Ding fällt mir in den Fußraum. Das ist mir auch zu Hause schon mal passiert, aber dieses Mal hat es leider den Stecker in das Navi zerfetzt. Zum Glück ist dieses komplett geladen und hält mindestens noch 3 Stunden. Trotzdem schalte ich es aus, um in Rotorua nicht hilflos zu sein. Das wird am Montag mein erster Gang zu Dick Smith sein, das ist so ein Elektronikladen für alles, da bekomme ich sicherlich ein neues Kabel, denn spätestens in Auckland brauche ich das Ding unbedingt.

Hinter
Taupo zweigt der SH 5 vom 1 Richtung Ostküste und Rotorua ab und trägt den passenden Namen Thermal Explorer Highway. Etwa 30 km vor Rotorua sehe ich das Hinweisschild vom Thermal Wonderland Wai-O-Tapu. Auf dem Gelände gibt es 25 Punkte, an denen die Schönheiten der dünnen Erdkruste zu bewundern sind. Ich bekomme sogar eine Erklärung auf Deutsch, was die Sache erheblich vereinfacht. Das Thermalgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 18 km² und nur ein kleiner Teil davon kann von den Besuchern begangen werden. Das Gebiet steht unter Landschaftsschutz und stellt die größte Thermalfläche in der Vulkanumgebung Taupos dar. Das ganze Gebiet ist übersät mit kollabierenden Kratern, heißen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Erdspalten. Zu sehen sind die Farben gelb, orange, weiß, grün, purpur, rot/braun und schwarz, sie sind den Chemikalien Schwefel, Antimonsulfid, Siliziumoxid, Arsensulfid, Mangan, Eisenoxid/Eisenoxihydrat und Schwefel in Verbindung mit Kohlenstoff gleichzusetzen.

Seit
Taupo stinkt es konstant nach Schwefel, hier ist es extrem. Aufgrund des warmen Wetters trage ich eine ¾-Hose, aber ziehe noch eine Jacke über, um das auf halber Strecke zu bereuen. Von den ganzen geothermalischen Teilen geht zum Teil eine Hitze aus, das muss man erlebt haben. Das Wasser ist an vielen Stellen 100° Grad warm, mit Schildern wird eindrücklich davor gewarnt, keine lebensbedrohlichen Versuche mit was auch immer anzustellen. Wenn es nicht qualmt, stinkt es und/oder blubbert in Form von Schlamm oder Wasser. Jeder Besichtigungspunkt hat einen Namen und auf den Unterlagen finden sich die entsprechenden Erklärungen, warum welcher Name wo. Nach 1 ½ Std. ist mir fast schlecht und ich breche auf gen Rotorua. Da ich für heute genug Gestank erlitten habe, streiche ich das 2. Thermalgebiet auf dem Weg ersatzlos.

Heute bin ich für 2 Nächte in einem
Holidaypark unweit vom Stadtzentrum, aber doch soweit ab, dass es nicht zu doll stinkt, dafür fast am Ufer des Lake Rotorua gelegen. Ich beziehe eine Cabin, wiederum mit mehreren Räumen. Zum Gelände gehören ein Pool mit konstanten 24° Grad sowie Thermalpools mit konstanten 42° Grad. Ferner wird die Möglichkeit der Mahlzeitenzubereitung auf heißen Steinen angeboten sowie das Hangi, die maoritypische Nutzung der Erdwärme zum Kochen. Auch hier funktioniert das Internet reibungslos, sogar mit dem gleichen Netzanbieter wie in Wellington. Nachdem ich mich eingerichtet habe, fahre ich nochmals ins Stadtzentrum zu dem, was Rotorua in aller Welt bekannt gemacht hat, dem alten Badehaus im Park des Gouverneurs. Es ist immer noch genauso wie ich es in Erinnerung habe. Da es leider anfängt zu nieseln, begnüge ich mich mit dem heutigen Tagesergebnis.

Rotorua liegt in einem der geothermisch aktivsten Gebiete der Erde. Das führt nicht nur dazu, dass man rund um Rotorua Geysire, heiße Quellen und Schlammtöpfe findet, sondern die ganze Stadt riecht nach Schwefel, der aus heißen Quellen aufsteigt. Nach kurzer Zeit nimmt man diesen (hoffentlich) nicht mehr wahr. Die heißen Quellen wurden bereits von den Maori als natürliche "Kochtöpfe" vor Ankunft der Europäer genutzt, heute dienen sie vor allem einer großen Kur- und Badeindustrie. Eine der größten Attraktionen ist leider durch einen Vulkanausbruch 1886 vernichtet worden. Bis dahin befanden sich die Pink and White Terraces - riesige Sinterfelder - in Rotorua, die mitunter als achtes Weltwunder bezeichnet wurden und schon damals einen Touristenmagnet darstellten. Noch heute sind die Hauptattraktionen die geothermischen Gebiete rund um Rotorua. Das meistbesuchte ist sicherlich Whakarewarewa, da es am nächsten an Rotorua liegt. Allerdings sind alle Thermal Valleys in sich so verschieden, dass alle einen Besuch lohnen, wenn man denn gewillt ist, überall mindestens 30 NZ$ Eintritt abzudrücken.

Webadressen:
https://de.wikipedia.org/wiki/New_Zealand_State_Highway_43
https://www.waiotapu.co.nz/

https://www.rotoruanz.com/
https://cosycottage.co.nz/
Wetter: morgens erstaunlich kalt, tagsüber bis 22° Grad, gegen Abend zeitweise Nieselregen

Gefahrene km: 360

 
Forgotten World Highway






 Lake Taupo

 Wai-O-Tapu





Badehaus, Rotorua

 
14.04.2014 (Montag) > Rotorua <
Was für ein verrückter Tag, von Niesel, Nebel, aufklarend bis zu Sonne ist alles dabei. Gleichzeitig an Eintrittsgeldern usw. der bislang teuerste Tag; die 3. Filmkassette fängt heute mit 14 Minuten!!! Aufnahmezeit an und rund 50 Fotos kommen noch dazu. Positiv berichte ich, dass ich bei Dick Smith, das ist so ein Elektronikladen wie Saturn nur ohne weiße Ware, mit dem Navi-Kabel fündig werde. Da es das leider nicht im Einzelpack gibt und ausschließlich über USB-Verbindung mit ordinärem Kamerazugang (passt auch beim Navi) sowie Mini-USB ist das Teil entsprechend teuer, aber Navi geht wieder und das ist wichtig.

Mein wichtigstes Ziel für heute liegt rund 60 km nordwestlich von
Rotorua > Hobbiton Movie Set, auf gut Deutsch, das Hobbit-Dorf aus allen Filmen in Matamata. Das Gelände befindet sich auf der Alexander-Farm, wo immerhin 14000 Schafe und rund 700 Rinder gehalten werden. 1998 hat Peter Jackson das Gelände entdeckt und 1999 begann unter Mithilfe der New Zealand Army die Herrichtung des Geländes. 39 Hobbit-Löcher entstanden auf diese Weise, bis auf 2 sind alles Attrappen, aber auch bei diesen kann man nur die Tür öffnen und kurz einen Blick 2 m weit wagen, dann ist nichts mehr. Das Haus von Bilbo Beutlin (der im englischen übrigens Baggins mit Nachnamen heißt) und nachfolgend Frodo ist das größte von allen. Im Dezember 1999 dauerten allein hier die Dreharbeiten 3 Monate. Nach dem Ende der LOR-Trilologie zerfiel alles und erst 2009 erfolgte der Wiederaufbau für die folgende Filmreihe. Die Hobbit-Dreharbeiten dauerten im Oktober 2011 nur 12 Tage. Am Set waren in dieser Zeit rund 400 Menschen beschäftigt. Während der Dreharbeiten herrschte komplettes Überflugverbot für kleinere Maschinen, etliche Piloten haben wegen Verstoßes dagegen ihre Fluglizenz auf Lebenszeit verloren. Wenn es hier richtig voll ist, werden 45 Leute in einen Bus gejagt und zu dem Gelände gefahren, da stehen die sich dann auf den Füßen. Der Eintritt ist mit 75 NZ$ schweinemäßig teuer, darin enthalten ist die Busfahrt etwa 3 km weit zum Dorf, ein ständiger Führer, der alles genauestens erklärt und ein freies Getränk (Bier mit oder ohne Alkohol) im „Green Dragon“, der Kneipe des Hobbitdorfes, die aber für normale Menschen Stehhöhe hat; Zeitdauer 1 ½ Std.. Die Alexander-Familie verdient sich eine goldene Nase mit der Erhaltung, allerdings sieht man allerorten auch Beschäftigte mit z.B. Fensterputzen, Gartenarbeit usw..

Die Gruppe, mit der ich unterwegs bin, umfasst rund 25 Leute. Das Fotografieren gestaltet sich etwas schwierig, weil die Asiaten ihrer üblichen Gepflogenheit frönen > Motiv im Hintergrund, Mensch davor und sofort alle anderen blockieren um zu schauen, bei allein 39 Häusern wird das langsam aber sicher nervig. Ich habe es auf keinen Fall bereut und viel Spaß dabei gehabt, hier zu sein.

Auf dem Rückweg nac
h Rotorua holt mich der Niesel wieder ein und ich beschließe eine Programmänderung mit Abzweig zum Agrodome und komme gerade rechtzeitig zur letzten Show des Tages alles rund ums Schaf. Ich lache mich scheckig über den Typen, der das alles kommentiert, zwar meistens auf Kosten der überwiegend anwesenden Koreaner, aber das ist mir egal. Es ist eine Show, aber eine sehr gut gemachte. Los geht es damit, dass 19 Schafe oder waren es nur Böcke?, so genau habe ich das nicht erkannt, als jeweilige Rasse vorgestellt werden auf zwei Treppenpodesten. Allein die Unterschiede in der Dicke der aufliegenden Wolle oder die verschiedenen Kopfformen, ein Schaf hat einen Fransenteppich vor den Augen, sind sehr interessant. Nächste Nummer ist das Scheren eines Schafes, der Mann ist ein Profi und in 3 Minuten ist die Wolle unten, wobei es mich wieder erstaunt dass ein wehriges Schaf zum Dummy wird, sobald es auf dem Hintern sitzt. Wir bekommen einzelne Büschel der Wolle zugeworfen, man spürt das Lanolin zwischen den Händen, leider stinkt man nun wie ein Schaf. Die nächste Nummer befasst sich mit den Kelpies, den Hütehunden, allerdings treibt dieser auf der Bühne keine Schafe sondern Gänse. Mehrere Zuschauer dürfen sich im Melken einer Kuh versuchen, kommt natürlich kein Tropfen raus, wenn man nicht weiß, wie man wo drücken muss. Weiter geht es mit Kelpies, die über die auf den Podesten stehenden Schafe springen. Die Show wird nach draußen verlegt und das richtige Treiben von Schafen, zwar nur 3, wird gezeigt. Es ist einfach nur eindrucksvoll, was diese Hunde wie es scheint, völlig selbständig machen und dabei doch auf den Pfiff als Befehl hören.

Im zugehörigen Shop schaue ich beim Spinnen zu und bin einfach nur erstaunt, wie einfach das aussieht, die Wolle fühlt sich so weich an. Die Dame am Spinnrad spricht mich an, wir kommen ins Gespräch und die obligatorische Frage lautet, wie oft man denn
in NZ oder Aussieland war. Meine Antwort ist vielschichtig und sie rät mir allen Ernstes, mir doch einen Kiwi oder Aussie zu schnappen, um Permanent Resident werden zu können. Es wird auch Wolle in Docken angeboten und ich will widerstehen, kann aber dann doch nicht unter Zuhilfenahme einer Beratung an Sockenwolle vorbei gehen. Jetzt bin ich stolzer Besitzer von Sockenwolle aus einer Mischung aus 55 % Merino, 20 % Nylon, 15 % Alpaka und 10 % Possum und darf mir zu Hause jemanden suchen, der mir die Dinger strickt, denn ich kann es nicht > Freiwillige vor!!!, aber die Socken sind für mich!!!

Bereits gestern hatte ich mit dem Besuch i
m Hells Gate spekuliert, das suche ich als letzte Tagesetappe auf. Die Werbung sagt, dass es sich um Rotoruas aktivstes Geothermalfeld handelt, dem Eindruck kann ich mich nur anschließen. Außerdem finde ich es im Gegensatz zu gestern anhand der überall stehenden Schilder viel besser erklärt. Auf den Schildern wird auch die jeweilige Temperatur ausgewiesen, hartgekochte Eier wären überall möglich! Und es stinkt wieder nach Schwefel!, das habe ich so vermisst!!! Angeschlossen ist eine Therme, aber das ist mir entschieden zu teuer, außerdem hätte ich mangels mitgeführten Badeanzugs einen kaufen müssen, das muss nun wirklich nicht sein. Bewusst habe ich die spektakulären Teile gemieden, wo irgendwelche Geysire soundso hoch in die Luft spucken, alles nur getrickst mit Hilfe von Seife. Übrigens vergnüge ich mich abends jetzt mit einem netten
Chardonney von Timara mit 12,5 Umdrehungen.
Webadressen:
https://www.hobbitontours.com/
https://www.agrodome.co.nz
https://www.hellsgate.co.nz/Home.aspx
Wetter: Nebel, Niesel, aufklarend, Sonne, bis 18° Grad

Gefahrene km: 189


 Hobbiton, Matamata

Hobbiton > Frodo's Haus


Hobbiton > Green Dragon




Rotorua > Agrodome

Rotorua > Hells Gate

 
15.04.2014 (Dienstag) > Rotorua - Thames <
Leider kann ich erst um 8:30 h auschecken, früher hat die Rezeption nicht auf und die Zeit wird mir heute noch fehlen. Es geht weiter Richtung Norden auf dem SH 33 und später SH 25 Richtung Coromandel-Halbinsel. Leider verliere ich in endlosen Baustellen, die sich fast wie Perlen an der Schnur reihen, sehr viel Zeit. Unterwegs beginnt der Kiwi-Anbau, an einer Stelle dazu passend ein Schild, dass 360 Backpacker für die in vollem Gange befindliche Ernte gesucht werden. Ich sehe die ersten richtig großen Kauri-Bäume. Die Coromandel ist auch ein Obstgarten Neuseelands, hier wachsen fast alle tropischen Früchte, ich sehe Schilder für Mandarinen, Tangelos (googelt das mal), Avocados, Tomaten usw.. Der SH 25 heißt hier Pacific Coast Highway.

Mein erstes Ziel für heute ist die
Cathedral Cave in der Nähe von Whitianga bei einem Kaff namens Hahei. Unterwegs den Abzweig zum Hot Water Beach schenke ich mir, weder habe ich eine Schaufel mit um mir ein Loch zu buddeln, noch will ich das wirklich. Das hätte ich auch bereits am Seeufer in Rotorua haben können, da wird das auch geboten, interessanterweise ist das Seewasser dazu recht kalt. Der Parkplatz an der Cathedral Cave ist ziemlich voll, aber ich ergattere den letzten freien Platz. Es geht über Stock und Stein rauf und runter ca. 45 Minuten lang, bis man am Ziel angelangt ist. Und dann wird es unbeschreiblich schön; vor 12 Jahren haben wir uns den Marsch gespart, in der Meinung, es lohnt sich nicht, weit gefehlt kann ich nur sagen. Das Wetter spielt auch noch mit, hier hätte ich den heutigen Tag beenden können. Auf dem Rückweg bin ich beim Auto ankommend völlig durchgeschwitzt und weil es so warm ist, wechsele ich von Trekkingschuhen auf Sandalen und von Trekkinghose auf ¾ Hose.

Ich folge wieder einem Tipp des Reiseführers zu dem Ort
Coromandel und dort zur Driving Creek Railway. Das ist eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 15 Inch > 381 mm. Ich habe unglaubliches Glück, will mich eigentlich nur über den Fahrplan informieren und werde zur letzten heutigen Fahrt, die meinetwegen mit Verspätung startet, noch mitgenommen. Es ist einfach unglaublich, was der Erbauer geleistet hat. Lest bitte die Einzelheiten auf der Website nach. Mit mir sind noch 6 andere Fahrgäste im Zug. Die Waggons haben keine Fenster, aber hinauslehnen kann äußerst unangenehm werden. Es gibt 3 Tunnel und an mehreren Stellen wird Kopf gemacht, um je nach Ziel hinauf oder hinunter zu fahren. Dabei stehen wir teilweise auf einem Gleisbett, das auf Stelzen in den Hang gerammt ist, schon ein komisches Gefühl. Unser heutiger Zug hat einen 20 PS-Perkins-Dieselmotor, der für die gesamte Fahrt die Kleinigkeit von 2 Litern Diesel verbraucht. Insgesamt gibt es 5 Züge, die längeren verfügen über 36-PS-Maschinen, die aber auch nur einen Liter mehr verbrauchen. Es sind 13 Menschen im Vollzeitjob beschäftigt, pro Jahr werden rund 60000 Menschen befördert und es gibt nur einen freien Tag an Weihnachten.

Nach der einstündigen Eisenbahnfahrt wird es Zeit, Richtun
g Thames, meinem heutigen Übernachtungsort zu kommen, denn spätestens um 18 h ist es hier jetzt völlig dunkel. Thames ist eine Stadt in der Region Waikato. Mit etwa 6.800 Einwohnern ist Thames Verwaltungssitz des Thames-Coromandel-Distrikts. Die Ortschaft liegt an einer Förde der Hauraki-Bucht, etwa 100 km südöstlich der Stadt Auckland. Thames wurde 1867 als Goldgräberstadt zwischen dem Firth of Thames (Themse-Förde) und der Coromandel Range, den Höhenzügen der Coromandel Peninsula, gegründet. 1868 erreichte die Einwohnerzahl der Ortschaft mit 18.000 Menschen ihren Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt war Thames bedeutender als die heutige Metropole Auckland. Heute leben ungefähr 6.800 Menschen im Stadtgebiet von Thames hauptsächlich vom Tourismus, dem Einzelhandel sowie der Landwirtschaft, Wassersport sowie Wander- und Abenteuertouren.

Ab dem Or
t Coromandel führt der SH 25 fast ausschließlich direkt an der Küste entlang. Unglaubliche Bilder tun sich hinter jeder Kurve auf. Diese Fahrt dürfte nie aufhören. Nachträglich hatten sich bei mir wegen der heutigen Übernachtung Bedenken angemeldet, ist sie doch mit 45 NZ$ die günstigste auf der ganzen Tour. Das Junction Hotel liegt mitten im Ort und wurde 1869 gegründet. Mich überrascht ein gemütliches Zimmer en suite (so hatte ich gebucht) mit freiem Internet im ersten OG. Da ich Hunger habe, gehe ich einen Stock tiefer in die Kneipe, die auch gleichzeitig als Restaurant dient und genieße eine hervorragende Mahlzeit, Hähnchenbrust mit allerlei dabei und einem Glas Chardonney.
Webadressen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Coromandel_Peninsula
https://www.thecoromandel.com/new-zealand/Cathedral-Cove/
https://www.drivingcreekrailway.co.nz/
https://www.thamesinfo.co.nz/home
https://www.thejunction.net.nz/index.asp?pageID=2145879865
Wetter: erst etwas Niesel, dann bewölkt mit Sonne, bis zu 25° Grad

Gefahrene km: 368


 Cathedral Cove



Coromandel > Driving Creek Railway



 
16.04.2014 (Mittwoch) > Thames - Paihia <
So, die Royals haben sich nach Australien verkrümelt und ich hoffe damit auf besseres Wetter, denn bei ihrer Anreise haben sie den Regen von England mitgebracht. Es sieht gut aus, als ich in Thames Richtung Norden auf dem SH 25 aufbreche, irgendwo geht dieser in den SH 1 Richtung Cape Reinga via Auckland über. Kurz vor Auckland wird der Verkehr auf dem mittlerweile 3 – 4 spurigen Motorway dicker und kommt fast ganz zum Stillstand. Mit rund 60 km/h geht es mitten durch Auckland und dank Navi schaffe ich es immer rechtzeitig, mich mal links oder rechts zu orientieren, dabei halte ich mich meistens auf einer der mittleren Fahrspuren auf. Der Skytower mitten in der Innenstadt spuckt mir fast auf den Kopf und es geht auf einer äußeren Fahrspur über die 8- oder 10spurige Harbourbridge. Diese ist der in Sydney nachempfunden, wurde aber erheblich später gebaut und hat links und rechts den sogenannten Nippon-Clip, das sind zusätzliche Fahrspuren, die außerhalb des Brückenbogens von japanischen Ingenieuren angebaut wurden. Ich bin zwar putzmunter, aber das steigert sich, als ich ein Schild entdecke> Tollroad 3 km ahead, zwar nur 2,20 NZ$, aber da steht was von Buchung im Internet usw., von Barzahlung nicht ein Wort.

Da mir das nicht geheuer ist, biege ich ab und fahre etliche Kilometer über Land. Bezüglich des Rückweges muss ich unbedingt jemanden fragen. Unterwegs sehe ich Milchkühe mit einem dicken Farbklecks auf dem Hintern, den Sinn verstehe ich nicht. Es sind wieder jede Menge Holztransporte in beiden Richtungen unterwegs, auch auf Eisenbahnwaggons sah ich schon dicke Stämme. Was für eine Holzsorte es ist, das erschließt sich mir nicht. Auch auf der Nordinsel beginnt der Herbst, auch wenn hier die Bäume allerdings längst nicht so bunt sind wie auf der Südinsel, allerdings ist es erheblich wärm
er. Der SH 1 heißt hier Twin Coast Discovery, wenn man viel Glück hat, sieht man tatsächlich beide Küsten, in Auckland ist die Nordinsel nur 14 km breit. In Whangarei mache ich Einkaufspause, in Anbetracht der nahenden Ostertage muss ich mich dringend bevorraten, weil ich nicht weiß, welche Geschäfte mich in Paihia erwarten. Dabei mache in einen Abstecher zu den Whangarei Falls, die sehr schön über 21 m in ein Becken fallen. Hier beginnen übrigens am Pazifikstrand die Bay of Islands, eine der schönsten Gegenden auf Neuseelands Nordinsel.

Leider beginnt es zu regnen und steigert sich ge
n Paihia immer mehr. Gestern bereits hatte ich wetterbedingt eine Email-Absage für die gebuchte Segeltour bekommen. Daher falle ich zunächst im Visitor Centre in Paihia ein, um eine Alternative zu bekommen; zu Hause war ich seinerzeit nicht fündig geworden, da endeten alle Touren Ende März. Die freundliche Dame kann mir helfen und nun bin ich Morgen mit einem Motorboot unterwegs für die Zeitdauer von insgesamt 5 Stunden. Nur, wenn das so schüttet wie momentan, sieht man nicht viel. Hier ist fast Weltuntergang und für den kommenden Vormittag sind sogar Gewitter angesagt.

Paihia liegt im  Far-North-Distrikt der Region Northland 60 Kilometer nördlich von Whangarei. Einst ein kleines Fischerdorf, ist die in der Bay of Islands liegende Ortschaft nun ein beliebtes Tourismuszentrum der Nordinsel. Paihia ist wegen des nahe gelegen Dorfes Waitangi bekannt. Dort wurde 1840 der Vertrag von Waitangi unterschrieben. Außerdem wurde in Paihia das erste neuseeländische Cricket-Spiel abgehalten. Auf der anderen Seite der Bucht liegt der kleine Ort Russell, von 1840 bis 1841 die erste Hauptstadt Neuseelands. In Paihia wurde die erste Kirche Neuseelands erbaut. Sie wurde am 21. September 1823 eröffnet. Die jetzige Steinkirche, St Paul's Anglican Church, ist die fünfte Kirche an dieser Stelle. Sie wurde 1925 errichtet.

Das Navi kennt die Straße meiner Unterkunft nicht und zum ersten Mal muss ich tatsächlich fragen, aber dann. Es geht steil den Berg hinauf, das Haus krallt sich in einen Berghang noch mehr als bei meiner ersten Übernachtung i
n Christchurch. Ich bin ziemlich überzeugt, dass diese Übernachtung nicht mehr getoppt werden kann. Es ist ein privates B & B und wird von 2 Männern, John und Mike, betrieben, äußerst bedauerlich, bei diesem Wetter nicht die riesige Sonnenterrasse nutzen zu können.

Webadressen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Auckland_Harbour_Bridge
https://waterfalls.co.nz/waterfalls-by-region/north-island/85-new-zealand-waterfalls/north-island/northland/96-whangarei-falls
https://de.wikipedia.org/wiki/Bay_of_Islands
https://www.paihia.co.nz/
https://www.longhousebedandbreakfast.co.nz/
Wetter: freundlich bis sintflutartiger Regen, 19° Grad

Gefahrene km: 372


 Whangarei-Falls

 
17.04.2014 (Donnerstag) > Paihia <
Das war Weltuntergang am gestrigen Abend und in der vergangenen Nacht. Ein riesiger Sturm zieht über den nördlichen Teil der Nordinsel mit extrem hohen Windgeschwindigkeiten und Sintflut-Regen. Trotzdem hoffe ich noch auf die gebuchte Tour, um beim Frühstück mittels eines Telefonats meiner Gastgeber die Absage zu bekommen. Im Bad gibt es sogar beheizte Handtuchhalter. Das Frühstück ist erste Sahne, über Obst, Joghurt, Müsli hin zu einem einem cooked breakfast mit allen erfüllbaren Wünschen, dazu Kaffee oder Tee.

Auf der Fahrt in den Ort sehe ich, wie eine Straße während der Nacht wohl von einem Fluss überflutet war, die Überreste sind deutlich sichtbar. Die Straße im Ort läuft direkt an der Uferpromenade, diese wurde wohl ebenfalls überspült, die Kiesreste liegen auf der Straße und die Wellen schlagen teilweise so hoch, dass die Gischt noch auf die Straße spritzt. Im Tourbüro buche ich um auf die Nachmittagstour. Es ist trocken und die Sonne kommt immer mehr hinter den Wolken hervor.

Ich entscheide mich zu einer Fahrt mit der Autofähre na
ch Russell. Das romantische 1000-Einwohner-Städtchen war Anfang des 19. Jh. die erste weiße Stadt Neuseelands, damals noch Kororareka genannt und als „Höllenloch des Pazifik“ geschmäht. Seinen englischen Namen erhielt es, nachdem der Feuerteufel 1842 im etwas südlicher gelegenen Ur-Russell gewütet hatte, nahe dem heutigen Anleger der Autofähre in Okiato am Waikare Inlet. Das alte Russell hatte in diesen Tagen kurzzeitig die Funktionen einer Hauptstadt bevor diese nach Auckland umzog. 1845 brannte auch das 2. Russell nieder als hier ein heftiger Kampf zwischen Weißen und Maori ausbrach. Der renitente Maori-Häuptling Hone Heke hatte seine Abneigung gegen die Briten durch das viermalige Fällen des Flaggenmastes demonstriert, wo der Union Jack auf dem Flagstaff Hill, einem großartigen Aussichtspunkt über Russell, wehte.

Die Fähre fasst bis zu 50 PKW und ich bin neugierig und steige aus, kann mich aber dabei in dem immer noch wütenden Wind kaum auf den Beinen halten. Während der kurzen Überfahrt nimmt die Fähre reichlich Wasser über und wäscht damit die Autos, also muss ich Laufe des Tages eine Autowaschanlage suchen um das Salzwasser abzuwaschen. Bei der Abfahrt vom Fähranleger im innersten Teil der Bucht kommen wir an der hier am Kai liegende
n „R. Tucker Thompson“ vorbei, dem Segler, auf dem ich für heute gebucht war. Das Schiff arbeitet selbst hier im Wellengang bis zu 2 m, ich bin heilfroh, dass die Tour storniert wurde, das wäre Fische füttern par excellence geworden.

Nach einem kurzen Gang durch den kleinen Ort fahre ich zum
Flagstaff Hill hinauf und genieße die wirklich phantastische Aussicht. In der Nachbarschaft kann ich Blicke auf das Eagles Nest Resort ergattern, es gilt international ausgezeichnet als eines der besten Hotels der Welt, Motto: irgendwo zwischen 7 Sternen und dem Himmel. Die Aussichten sind grandios, die Pools gigantisch, das Design modern, aber zeitlos und zum Kochen kommt ein Küchenchef ins Haus. Wie die Website zeigt, ist bis auf eine Villa ab Morgen über Ostern alles ausgebucht, man gönnt sich ja sonst nichts (ab 3000 NZ$ aufwärts pro Nacht).

Als nächsten Ort peile ich
Waitangi an und damit Neuseelands bedeutendste historische Sehenswürdigkeit, das Waitangi National Reserve. Hier wurde 1840 zwischen den Briten und fast 50 Maori-Häuptlingen der Vertrag von Waitangi unterzeichnet. Dieser Vertrag ist das Gründungsdokument des modernen Neuseelands und hat prägende Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Es ist einzigartig in der britischen Historie, dass die Maori als Vertreter eines bereits existenten souveränen Staates anerkannt wurden. Heute ist der 6. Februar als Waitangi Day Nationalfeiertag. Auf einer riesigen Grünfläche mit einem Flaggenmast stehen das Treaty House sowie das Whare Runanga, ein Maori-Versammlungshaus mit den typischen Schnitzereien. Etwas weiter liegt unter einem Schutzdach das wohl längste Kriegskanu der Welt, das Ngatokimatawhaorua, nur heute nicht, weil an dem Dach gebaut wird. Allein der Rumpf verschlang beim Bau drei Kauri-Stämme. 55 Krieger und 80 Ruderer passen in das 35,7 m lange Boot, das zu besonderen Anlässen wie dem Waitangi Day zu Wasser gelassen wird. Einige kleinere Versionen sind daneben zu sehen.

Es wird Zeit zur Rückfahrt und bereits auf dem Parkplatz bekomme ich die Info, dass auch die Nachmittagstouren alle ausfallen. Ich laufe zum Reservierungsbüro und richtig, daher buche ich nochmals um auf Freitagvormittag, da die nächste Etappe nur etwas um die 130 km beträgt. Direkt an der Straße wird für den heutige
n Farmers Market aufgebaut, es gibt sogar richtiges deutsches Brot und ein Vielzahl an Früchten, deren Namen ich bislang weder gehört habe noch deren Aussehen ich kenne. Trotz des guten Frühstücks habe ich Hunger, nach einigem hin und her falle ich im „Jimmy Jack Rib Shack“ ein. Der Name spricht für sich und was esse ich, Fisch! Aber den besten, den ich bislang außer australischem Barramundi
je gegessen habe. Fangfrisch, was hier direkt am Wasser kein Wunder ist und dazu trinke ich ein Radler!!!!, in NZ hergestellt. Später finde ich heraus, dass es ein Red Snapper > roter Schnappfisch
, war.

Danach entscheide ich mich noch zu einer Fahrt nach
Kerikeri, verbunden mit einem Abstecher zu den Haruru Falls. Der Fluss dazu ist stellenweise aufgrund des starken Regens über die Ufer getreten, entsprechend viel Wasser ist vorhanden. Kerikeri ist Neuseelands Obstgarten für Zitrusfrüchte. Die Missionsstation, das Kemp House datiert von 1822 als ältestes steinernes Gebäude in NZ. Eine Waschanlage finde ich ebenfalls, das Salz ist jedenfalls runter. An der Ortsausfahrt sehe ich einen Hinweis auf eine Schokoladenfabrik, daran kann ich nicht vorbei. Prompt werde ich fündig mit Pinot Noir-Schokolade. Zurück im B & B genieße ich die Sonnenstrahlen auf der riesigen Terrasse.

Webadressen:
https://www.russellnz.co.nz/
https://en.wikipedia.org/wiki/Flagstaff_Hill,_New_Zealand

https://www.eaglesnest.co.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Waitangi
https://www.waitangi.org.nz/

https://www.arawai.co.nz/Ngatokimatawhaorua.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Haruru_Falls
https://de.wikipedia.org/wiki/Kerikeri
https://www.makana.co.nz/

Wetter: stürmisch, sonnig, 22° Grad

Gefahrene km: 92

 Waitangi





 Haruru Falls

 
18.04.2014 (Freitag) > Paihia - Kaitaia <
Nachdem es in der Nacht erneut regnet, sehe ich alle Felle schwimmen, nur um morgens mit blauem Himmel aufzuwachen, einfach perfekt und fast windstill. Das Unwetter ist gen Süden gezogen und vergnügt sich in Auckland und Wellington. Christchurch auf der Südinsel ist erneut aufgrund eines Unwetters überflutet worden und ab ca. 800 m ist der erste Schnee gefallen; da bin ich hier doch richtig glücklich dran.

Nach einem nochmals tollen Frühstück fahre ich die wenigen Kilometer nach
Paihia um meinen halben Tag > A Day in the Bay zu beginnen. Am Hauptanleger liegt ein riesiger Katamaran von Fuller Great Sights, der trotz eines Stopps in Russell und der Stornierungen des gestrigen Tages nicht mal ¼ voll ist. Umso besser für die diejenigen, die auf dem Oberdeck in der Sonne einen Platz suchen. Erst an Bord kommt mir der Gedanke, dass Sonnenmilch nicht die schlechteste Idee wäre, aber zu spät, den Sonnenbrand bekämpfe ich später mit dem Aloevera-Mittel aus Australien, das ist mit auf die Reise gegangen. Der Kapitän hält seinen üblichen Sicherheitsvortrag und weist gleich darauf hin, dass wir wegen der immer noch rauen See keinesfalls > a hole in the rock anfahren werden. Immer wenn uns der Schwell vom Pazifik erwischt, hebt sich das Boot auf den Wellen bis zu 3 m und sackt entsprechend ab. Vorsorglich hatte ich zum Frühstück eine Reisetablette genommen, das macht sich jetzt bezahlt. Etliche Asiaten werden grünlich im Gesicht und liegen die ganze Zeit in der geschlossenen Kabine, ausreichend versorgt mit Kotztüten.

Überall in diesen Gewässern wurde Geschichte geschrieben, vor allem von
Captain Cook. Es gibt zahllose Erklärungen zu den 13 Punkten, die wir mittels Landkarte vermittelt bekommen. Unter anderem auch die Story von einem Weißen, der gegen ein Tapu (so heißt das tatsächlich) der Maori verstieß und diese so verärgerte, dass er im Kochtopf landete. Von keinem nach diesem rauen Wetter erwartet, sichten wir eine Schule Delfine, bis auf 2 – 3 m kommen sie an das Boot heran, eine Mutter führt ein ½ jähriges Junges mit. Die Crew kennt die Tiere sehr genau und hat ihnen sogar Namen gegeben, obwohl sie nie berührt werden dürfen. Etwas weiter wird ein Pinguin!!!, ein Fairy Penguin, etwa 40 cm lang gesichtet, der völlig allein auf dem Wasser schwimmt. Auch er lässt uns nahe herankommen. War in Paihia in Strandnähe das Wasser aufgrund des vergangenen Sturms noch graubraun durch den aufgewirbelten Untergrund, strahlen die Farben, je weiter wir uns vom Festland entfernen. Auf einer Insel wohnt der Neuseelandchef von Sky, das Haus diente bereits Königin Elisabeth II. als Domizil und alle hier erwarteten, dass auch William und Kate diese Übernachtung nutzen würden, aber so far north waren sie gar nicht.

An einer nur von Schafen bewohnten Insel legt das Schiff für die Dauer einer Stunde an. Da hier auch die Inseln hügelig sind, gibt es einen Lookout, steil bergauf geht es wieder mal. Aber so was habe ich bislang selten gesehen, ich kann mich auch nicht erinnern, jemals in meinen Filmen einen 360° Grad Rundumblick gezeigt zu haben, aber jetzt ist es soweit. Leider trübt ein Bild in der Ferne meine Begeisterung, in etwa 1 km Entfernung segelt elegant
die „R. Tucker Thompson“ vorbei, die Tour hätte bis in den späten Nachmittag gedauert und somit für mich entschieden zu lange, wie sich später noch herausstellen wird.

Nach der Rückkehr nehme ich mir einen
flat white mit und falle am Auto über meine Vorräte her. Gegen 14 h trete ich die Fahrt nach Kaitaia an. Die Gegend ist weiterhin hügelig, an wirklich flache Landstriche kann ich mich nicht erinnern. Die Route führt weiter über den Twin Coast Discovery Highway mit teils sehr schönen Aussichten auf das offene Meer. Ich bewundere die hier sehr grünen Hügel der Nordinsel. Der Sand in den Buchten hat im Gegensatz zu den goldenen Farben in Paihia hier mehr eine rotgelbe Farbe. In Kaitaia fahre ich eine Tankstelle an, auf dem Weg dorthin sehe ich bereits mein gebuchtes Hotel.

Kaitaia ist eine Stadt in der Region Northland. Sie liegt an der Basis der Aupouri Peninsula, etwa 160 km nordwestlich von Whangarei. Es ist die letzte größere Siedlung auf dem Weg zu den Kaps und Buchten im Norden der Halbinsel. Die Bucht Ahipara Bay, das Südende des Ninety Mile Beach befindet sich 5 km südlich der Stadt. Die Missionsstation von Kaitaia wurde 1834 von den Missionaren Joseph Matthews and William Gilbert Puckey gegründet. Die Stadt hatte beim Zensus 2001 5.151 Einwohner. Die Hauptwirtschaftszweige der Stadt sind Forstwirtschaft und Tourismus. Um Kaitaia konzentriert sich die Landwirtschaft auf den Anbau von Avocados. In der Umgebung gibt es zahlreiche Obstplantagen. Zunehmend wird auch Wein angebaut. Eines der größten Weingüter ist Kerikeri Estate.

Im Hotel angekommen beginnt mein Desaster, trotz meiner mitgeführten Bestätigungsemail ist keine Reservierung vorhanden. Man bietet mir ein Zimmer ohne Bad an und die nächste Nacht dann inklusive. Damit bin ich nicht einverstanden, weil ich die sanitären Einrichtungen, speziell die Duschen, nur im äußersten Notfall teilen möchte und umräumen müsste ich auch. Das würde aber schwierig, weil ich Morgen den ganzen Tag auf Tour bin. Jetzt ist guter Rat teuer, denn natürlich ist auch in
Kaitaia fast alles wegen Ostern ausgebucht. Aber mit Hilfe des Visitor Centre gelingt es Mike, ein Zimmer zu finden. Ich fahre zu dem genannten Hotel und bekomme eines der letzten freien Zimmer, allerdings ist es kein Standardraum mehr, nur noch ein Premium. Dadurch ist der Preis etwas höher, aber das ist mir jetzt völlig egal. Die Frage, siehe weiter oben, was wäre gewesen, wenn ich doch auf dem Segler und somit später hier gewesen wäre, stelle ich mir besser gar nicht erst. Nochmals setze ich mich ins Auto, um zum Visitor Centre zu fahren, da ich bislang nicht weiß, ob denn wenigstens die über die Mainstreet Lodge gebuchte Tour auch wirklich gebucht ist. Zum Glück stehe ich auf der Liste und muss nur noch bezahlen, das erledige ich gleich. Auf dem Rückweg durch die Stadt fällt mir wieder auf, dass hier wegen Ostern wirklich alles vernagelt ist, das schließt die Restaurants mit ein. Ich frage mich, wo die Leute alle essen gehen.  What a day!!!

Webadressen:
https://www.dolphincruises.co.nz/bay-of-islands-cruises/hole-in-the-rock/
https://www.kaitaia.co.nz/
https://www.northerner.co.nz/
Wetter: bewölkt, Sonnenbrandwetter, bis 25° Grad

Gefahrene km: 128

Bay of Islands







 
19.04.2014 (Samstag) > Kaitaia <
Die schnatternden Asiaten in den Zimmern rundum veranstalten in diesen, auf dem Flur und draußen bis gegen 2 h Party, ich war kurz davon, etwas lauter zu werden. Wenn diese Typen in Horden auftreten und hier waren es ungefähr dreißig, meinen sie, ihnen gehört die Welt und trampeln alles nieder ohne Rücksicht auf Verluste.

In der Nacht hat es erneut geregnet, aber gegen Morgen setzt sich bereits die Sonne durch. Pünktlich um 9 h steht der Bus v
on Harrison vor dem Hotel, Jason, der Busfahrer ist ein kurzweiliger Typ und erzählt sehr viel. Definitiv weiß ich jetzt, dass Reinga wie re-enga ausgesprochen wird, da natürlich wieder aus der Maorisprache. Den ersten Stopp legen wir ein bei Houhora Heads, eine nette Bucht, der darüber liegende Hügel wurde von Captain Cook Camels Head genannt. In Parengarenga, einer bezaubernden Bucht mit fast weißem Sand ist Lunchtime angesagt. Dieser Zipfel Nordinsel ist übrigens gerade mal 8 km breit. Am heutigen Ostersamstag ist halb Neuseeland unterwegs zum Cape, endlose Buskolonnen suchen sich ihren Parkplatz. Selbst auf dem Weg zum Leuchtturm muss man aufpassen, nicht mit den abrupt zum Fotografieren stehen bleibenden Leuten zusammenzustoßen.

Die
Surville Cliffs mit dem North Cape, weit im Osten der Hauptstraße bilden die geografische Nordspitze des Festlands. Die Rolle des touristischen Nordkaps mit dem auf keiner Northland-Broschüre fehlenden, hoch über dem Meer fotogen auf einer Klippe thronenden Leuchtturm und dem davor stehenden Schilderbaum, der Entfernungen zu Städten in aller Welt zeigt, übernimmt Cape Reinga. Nach Westen blickt man auf Cape Maria van Diemen, so von Abel Tasman benannt und hier stand der Leuchtturm auch zuerst, wurde aber irgendwann auf das höher gelegene Cape Reinga umgesiedelt. Einen Leuchtturmwärter gibt es schon lange nicht mehr, alles ferngesteuert von Wellington. Maori nennen das Cape Te Rerenga Wairua, auf Deutsch etwa „Platz, an dem der Geist in die Unterwelt abtaucht“. In ihrer Mythologie ist hier ein heiliger Ort, von dem die Seelen der Verstorbenen auf ihre letzte Reise in das legendäre Hawaiki gehen. Sie lassen sich von den Wurzeln eines Pohutukawa-Baums, der am Hang des Capes wächst, in die Tiefe gleiten. Einen letzten Blick zurück gönnen sie sich noch von den unbewohnten Three King Islands die man bei guter Sicht am Horizont ausmachen kann, etwa 50 km entfernt. Vor dem Cape gibt sich das Meer immer unruhig, treffen doch Pazifik und Tasman Sea aufeinander, deutlich sind die entgegenlaufenden Wellen zu erkennen.

Wir machen uns auf zu Sandkastenspielen für groß und klein und stoppen an den Sanddünen d
es Te Paki Stream zum Sand-Tobogganing. Auf gut deutsch, man krabbelt die Düne hinauf mit einem Teil wie einem Rodelschlitten oder sogar nur Board in der Hand, oben angekommen, je nach Mut, wirft man sich in oder auf das Teil und saust entweder auf dem Hintern oder auf dem Bauch mit dem Untersatz die Düne hinab. Unglückliche „fressen“ sehr viel Sand oder haben ihn in jeder Hautfalte, Glücklichere schaffen es bis über das dünne Rinnsal und bekommen gleich eine erfrischende Süßwasserdusche. Vergleichbar ist das mit Rodeln im Winter, nur nicht auf Schnee sondern auf Sand.

Danach kommt das Abenteuer pur, die Fahrt mit dem Bus über die Autobahn, hier genann
t Ninety Mile Beach, der tatsächlich nur 88 km lang ist. Machbar ist das aus Sicherheitsgründen nur bei Ebbe oder abfließendem Wasser. Die Busse, eigentlich alle Fahrzeuge, haben dabei unmittelbar Berührung mit dem Salzwasser, so dass nach Verlassen des Strandes zunächst eine Fahrzeugdusche als absolutes Muss erforderlich ist, um das Salz abzuwaschen. Wir fahren ca. 70 km über den Strand mit einem Tempo knapp unter 100 km/h. Gegen 17 h sind wir zurück in Kaitaia. Die 50 NZ$ waren für diese Gegenleistung jeden einzelnen Cent wert und das auch noch bei sagenhaftem Wetter.

Webadressen:
https://www.harrisonscapereingatours.co.nz/index.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Cape_Reinga
https://de.wikipedia.org/wiki/Ninety_Mile_Beach_(Neuseeland)
Wetter: bewölkt, bis 25° Grad

Gefahrene km: 0


 Parengarenga

 Cape Maria van Diemen

 Cape Reinga


 



 90-Mile-Beach

  
20.04.2014 (Sonntag) > Kaitaia - Auckland <
Erneut lärmt die Asiatenbande bis gegen halber 2 in der Nacht und mir fehlt irgendwie nach 2 solchen Nächten der Schlaf. Auschecken ist wie immer kein Problem und um 8:30 h bin ich unterwegs auf dem SH 12 Richtung Süden. Mike hatte mir in Paihia eine Route über Nebenstraßen unter Nutzung einer Autofähre in Hokianga auf Google zusammengestellt um zum Waipoua Kauri Forest zu kommen. Hier besteht der größte zusammenhängende Kauriwald mit Bäumen, die über 2000 Jahre alt sind.

Auf der Fähre werde ich wieder mal wegen meiner Freiberger-Basecap angesprochen und das nette Ehepaar erzählt so nebenbei, dass bei den Kauris eine Krankheit ausgebrochen ist, die die alten Bäume vernichtet. Und tatsächlich sehe ich etliche dieser Riesen unbelaubt und so gut wie ohne Rinde am Straßenrand oder weiter aus dem Wald ragen. Die Straße durch den Forest gleicht wieder einer Urwalddurchquerung, so dicht sind die grünen Wände links und rechts. Am Parkplatz zu
m Tane Mahuta ist ein Plätzchen frei und ich laufe die wenigen Meter. Der Baum ist noch genauso beeindruckend wie vor 12 Jahren, wenn nicht sogar noch mehr. Verstehen kann ich nicht, dass es Leute gibt, die hier mit brennenden Zigaretten in der Hand auf dem ausgeschilderten Pfad in den Wald laufen.

Im Reiseführer war die Rede von einem Lookout, die Straße findet sogar das Navi
> Lookout Road, nach wenigen Metern eine Gravelroad der wirklichen üblen Art, so wie das Auto versetzt. Zudem schüttet es wie aus Eimern, aber ich fahre bis ganz nach oben. Leider vergeblich, denn Aussteigen und die wenigen Meter zum Aussichtsturm, das hieße anschließend ob der Sintflut die Klamotten wechseln. Außerdem sieht man mal wieder nichts, weil sofort alles im Nebel bzw. in den Wolken hängt. Also den ganzen Weg zurück und weiter gen Süden, dabei sehe ich noch einige wirklich phantastische Kauri-Riesen direkt neben der Straße. Unterwegs steht am Highway, jetzt wieder der SH 1, ein Schild > “please take care of our wood, it’s busy to save the world”.

Der Verkehr nimmt Richtung Auckland enorm zu, für einen Ostersonntag ist das wirklich beachtlich. Und dann ist da noch die Sache mit der Tollroad, Mike hatte mir erklärt, dass es Automaten gäbe, an denen man passend (NZ$ 2,20) einwerfen muss und schon ist alles klar. Nichts ist klar, es stehen nämlich keine Automaten wie bei uns an der Straße sondern man muss weit vorher einen Parkplatz anfahren und dort bezahlen. Das kapiere ich aber erst, als ich die Toll-Strecke bereits hinter mir habe und mit hohen Strafen wegen Nichtbeachtung gedroht wird. Zum Glück kann ich mir die Webadresse merken. In der Lodge logge ich mich dort ein und bezahle mit Kreditkarte, eine Rechnung dazu geht per Email ein. Nach der Eingabe der Nummernschilddaten kommen genaue Hinweise auf die Fahrzeugmarke, den Typ usw., die hätten mich spätestens über den Autovermieter drangekriegt, wenn ich nicht innerhalb von 5 Tage zahle.

Die Adresse von meiner Unterkunft ist längst ins Navi gefüttert, aber das Teil spielt mir nach der Überquerung der
Harbourbridge mit tollem Blick auf die Stadt einen Streich und hält mich auf dem sechsspurigen Motorway rechts, während ich links eine Abfahrt nehmen müsste. Die nächste Abfahrt ist etliche km weiter und ich traue mich nicht richtig, den Aufforderungen des Navis zu folgen. Als ich endlich drehen kann, sehe ich. dass es richtig gewesen wäre. Nun bin ich aber völlig richtig und die Vincent Street liegt im inneren Citybereich. Auf den ersten Ansatz finde ich weder die Hausnummer (damit haben es die Neuseeländer ohnehin nicht so) noch eine Einfahrt. Also nochmals um den Pudding und dann gibt es eine Punktlandung. Hier musste ich sogar einen Parkplatz buchen, jetzt verstehe ich bei dem knappen Platz auch den Hintergrund. Erstmals muss ich meinen Pass zur Identifikation vorlegen, danach beziehe ich ein kleines aber hübsches Zimmer en suite im 2. Stock von insgesamt 8.

Die Sonne scheint mal wieder, vorsichtshalber ziehe ich aber Jeans und Goretexjacke an und mache mich auf zum
Sky Tower, nur 500 m weiter. Das war mal mit 328 m vor den Türmen von Kuala Lumpur das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre, als Fernsehturm ist er das immer noch. Es handelt sich um einen riesigen Gebäudekomplex mit Geschäften usw.. Der Aufzug hat neuerdings einen Glasboden und man sieht die Geschwindigkeit. Im 50. Stock ist ein Restaurant und die Aussichtsplattform ebenfalls mit einigen Glasfenstern im Boden ist eine Etage höher. Darüber ist die Plattform für die Skyjumper, es gibt tatsächlich Verrückte, die von dort aus springen, 2 habe ich gesehen. Die Aussicht ist rundum grandios und man versteht, warum Auckland den Beinamen „City of Sails“ hat. Nach einer guten Stunde fahre ich nach unten um noch zu den Fährterminals am Hafen zu laufen, es gibt nur dort die Fahrpläne. Kaum bin ich auf der Straße, geht ein Wolkenbruch nieder und ich ändere ganz schnell meine Richtung zur City Lodge. Dort hängen jetzt Jacke und Jeans zum Trocknen.

Webadressen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Waipoua_Forest
https://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/tracks-and-walks/northland/kauri-coast/tane-mahuta-walk/
https://www.skycityauckland.co.nz/attractions/sky-tower/
https://www.citylodge.co.nz/
Wetter: Sonne, heftige Regengüsse, bis 22° Grad
Gefahrene km: 370

T
Tane Mahuta > der Gott des Waldes


 Waipoua Kauri Forest

 Auckland, Sky Tower



 
21.04.2014 (Montag) > Auckland <
Der Ballungsraum Auckland (englisch: Greater Auckland oder Auckland Metropolitan Area; maorisch: Tāmaki-makau-rau oder Ākarana) ist mit über 1,5 Millionen Einwohnern – einem Drittel der Landesbevölkerung – die mit Abstand größte Agglomeration des Landes. Die Māori-Bezeichnung Tāmaki-makau-rau bedeutet „Eine junge Schönheit mit 100 Liebhabern“, während Ākarana die transkribierte Version von Auckland ist. Das landschaftliche Bild des multikulturellen Auckland wird von den ungefähr 50 inaktiven Vulkanen geprägt, über deren Rücken sich die Großstadt erstreckt. Ihnen verdankt die Stadt die weitläufigen Parkanlagen, die bis ins Zentrum reichen. Die Lage an geschützten Meeresbuchten trägt ebenfalls wesentlich zum Bild Aucklands bei, nicht zuletzt durch die zahlreichen Segelboote, die der Stadt den Beinamen City of Sails“ einbrachten. Die Tasman Sea und der Pazifik greifen von Westen und Osten jeweils mit einem Arm so weit ins Land, dass die Innenstadt fast zur Insel wird. Aber nicht nur das Meer prägt das Stadtbild, auch die ehemaligen Vulkane. Viele waren in voreuropäischer Zeit Standorte von Maori-Wehrdörfern. Die Stammeskriege hatten die Region indes weitgehend entvölkert, und so kamen die Pakeha unter Gouverneur Hobson 1849 billig an das Land, das sie wegen der zentralen Lage mit Zugang zu zwei Meeren dazu auserkoren hatten, Hauptstadt zu werden. Das ist die Stadt zwar nicht mehr aber Auckland bleibt multikulturelle Metropole mit maritimer Seele. Das weltstädtische Zentrum greift nach den Wolken, umringt von lebendigen Vierteln und scheinbar unendlichen Wohngebieten.

Mein Wecker klingelt aus Gewohnheit um gegen 7 h, bis ich mich endlich aufraffe, all das zu unternehmen, was auf meinem Zettel steht, viel ist es eigentlich nicht, aber zeitintensiv, ist es kurz vor neun. Das Auto lasse ich entgegen aller immer wieder durchgespielten Ideen erst mal da wo es hingehört, auf seinem Parkplatz, denn Parken ist in Auckland verdammt teuer, wenn man dafür bezahlen muss. Keine Spur mehr von den gestrigen Wolkenbrüchen, einzig einige Pfützen erinnern noch daran, ansonsten strahlt die Sonne durch einen teils wolkigen Himmel. Schon bald komme ich auf dem Weg nach Downdown ins Schwitzen und binde mir meine Fleecejacke um die Hüften. Vorbei a
m Sky Tower suche ich mir meinen Weg zur Princess Wharf, dort gibt es ein Visitor Centre. Da heute in NZ nur noch Bank Holiday ist, haben alle Geschäfte bis auf die Banken halt, geöffnet. Mein Ziel heißt Devonport, das ist eine Halbinsel auf der dem Hafen gegenüberliegenden Seite. Die einfachste Möglichkeit dorthin zu kommen, ist mit der Fähre. Wie immer sind die Mitarbeiter in dem Visitor Centre äußerst kompetent, ich erfahre nicht nur, von welcher Pier die Fähre geht, nein, kann gleich das Ticket für 11 NZ$ H & R mitnehmen.

Die Fahrt dauert nur 12 Minuten, mit dem Auto wären es sicherlich 1 ½ Stunden gewesen, dabei bekomme ich noch tolle Ausblicke auf
CBD (Central Business District) Auckland geboten. In Devonport gibt es den Mount Victoria, die höchste Erhebung weit und breit, das ist mein erstes Ziel. Wieder quäle ich mich den Berg hinauf, während die Autos an mir vorbeiflitzen, das sind die Faulen… Oben werde ich mit einer Aussicht bis auf das offene Meer belohnt, was es nun genau ist, den Überblick habe ich längst verloren. Genauso ist die Aussicht auf die City mit der Harbourbridge einfach atemberaubend. Nachdem ich mich endlich losreißen kann, nicht ohne mich auch mal mit dem Selbstauslöser aufs Foto zu bringen, laufe ich entlang der Uferpromenade Richtung Navy Museum.

Neuseeland ist stolz auf die, wie sie selbst sagen, kleinste aktive Marine der Welt. Hat NZ nicht nur bereits 1929 als erstes Land weltweit das Frauenwahlrecht eingeführt, waren die hiesigen Militärs auch soweit ich weiß, die ersten, die Frauen in den aktiven Militärdienst integrierten und viele dienen in der Marine,  natürlich ist es eine Berufsarmee. Unter anderem entdecke ich ein wirklich originalgetreues Modell von Captain Cooks „Endeavour“.

Zurück zur Wharf, die Fähren fahren im 30-Minuten-Takt, sehe ich etliche Vögel (schwarze Möwen???) und Bäume, die mir völlig unbekannt sind, einfachheitshalber fotografiere ich beide
. Zurück an der Ferry Wharf in Auckland frage ich die Fahrkartenkontrolleuse wie ich zu Kelly Tarlton komme, denn das ist mein nächstes Ziel. Laut Stadtplan hätte ich mir platte Füße beim Laufen geholt, der Bus braucht fast 15 Minuten, die Busse fahren fast gegenüber von der Wharf. So löse ich für 3,40 NZ$ ein Busticket, aber wie das hier ansonsten funktioniert, ist für mich wieder ein großes Fragezeichen. Kenne ich es von zu Hause, dass ein Laufband die Haltestellen anzeigt, passiert hier gar nichts. Ich frage mich schon, ob ich viel zu weit gefahren bin, als der Busfahrer mein bezahltes Ziel ankündigt und anhält. Hinter den Trick komme ich auch auf der Rückfahrt nicht.

Profitaucher
Kelly Tarlton wollte die faszinierende Unterwasserwelt all jenen zugänglich machen, die sie nicht live erleben können. Mittelpunkt ist ein überdimensionales Aquarium, das man in einem Gang aus Acrylglas in scheinbarer Tuchfühlung zu Haien, Rochen und anderen Meerestieren durchläuft. Außerdem kann man eine Antarktiswelt mit echten Pinguinen und mechanischem Killerwal erleben oder in der Stingray Bay Rochen streicheln. Für Abenteuerlustige gibt es Käfige, die in die Haibecken getaucht werden. Für die Rückfahrt mit dem Bus muss dieser per Handzeichen zum Anhalten animiert werden und siehe da, das funktioniert sogar. Ich lasse mich zurück zur Einstiegshaltestelle fahren und gönne mir bei Möwenpick 2 Kugeln Eis der Geschmacksrichtung Vanilla Brownie und Crème Brûlée für perverse 8,90 NZ$, trotzdem schmeckt es mir und ich genieße es auf einer Bank an der Wharf. Die Haupteinkaufsstraße in Auckland ist mit zig Ablegern die Queen Street. Da diese ohnehin Richtung Unterkunft führt, folge ich ihr einfach, nicht ohne unterwegs in zahllosen Geschäften auf Schnuppertour zu gehen, allerdings ohne einen einzigen Cent auszugeben.

Langsam wird es laut Uhr  Zeit das Auto Richtun
g Mount Eden zu lenken. Das Auckland-Vulkanfeld gilt noch als aktiv, jedoch keiner seiner 50 Vulkane. Dazu gehört auch Mount Eden, den die Maori Maungawhau nennen und dessen vulkanische Herkunft unverkennbar ist. Vor ungefähr 15000 Jahren hatte er seine Eruption, die ihn mit 195 m zum höchsten natürlichen Punkt im Stadtgebiet machte. Die Aussicht ist grandios, vor allem nach Norden über das satte Grün der Kraterhänge auf die Skyline der City mit ihren Hochhäusern – mit der Aussichtsplatzform des Sky Tower ist man auf Augenhöhe. Im Hintergrund Devonport und die Inselwelt des Hauraki Gulf. Kaum anderswo auf der Welt zeigt sich eine Millionenstadt so schön wie aus dieser Perspektive. Auf dem Berg selbst und in seinem etwa 50 m tiefen Krater sind Spuren eines alten Maori-Pa sichtbar. Die Idee dorthin habe ich nicht allein, aber ich bekomme einen Parkplatz. Es ist wirklich eine Wahnsinnsaussicht, aber genauso sehe ich auch die herannahende Unwetterfront über CBD, die uns auf dem Hügel allerdings nicht berührt. Das Ergebnis ist ein doppelter Regenbogen vom feinsten, während auf der gegenüberliegenden Seite langsam die Sonne untergeht. Das war das Ziel meiner Bemühungen. Erneut kommt eine Unwetterfront und trifft auf Mount Eden. Ich warte sie gelassen im Auto ab, mache meine letzten Fotos und suche mir, bevor es endgültig dunkel wird, noch eine Tankstelle, das Auto muss vollgetankt abgeben werden, so ist es vereinbart. Das Navi schaltet bereits auf Nachtmodus. Was bleibt noch, ach ja, das leidige Zusammenpacken und danach schreibe ich diese Zeilen.

Webadressen:
https://www.aucklandnz.com/int
https://www.visitdevonport.co.nz/
https://navymuseum.co.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Endeavour_(Schiff)
https://www.kellytarltons.co.nz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Mount_Eden_(Vulkan)
Wetter: wolkig mit viel Sonne, abends Schauer, bis 22° Grad

Gefahrene km: 13


Auckland



Auckland > Harbour Bridge



Auckland > Mount Eden

 
22. – 23.04.2014 (Dienstag, Mittwoch) > Auckland – Singapore – Frankfurt – Lengerich <
Gegen 8:30 h bin ich reisebereit Richtung Auckland International Airport, angezeigt wird die Entfernung mit 14 km. Die Station von NZ Rental ist absolut einfach zu finden. Ich fahre auf den Hof, notiere den Kilometerstand und baue mein Navi ab. Schon steht ein freundlicher Mitarbeiter am Auto, einzige Frage ist die, ob es einen Unfall gegeben hätte. Das kann ich ruhigen Gewissens verneinen, „beichte“ aber das mir in Rotorua passierte Malheur. Da ist mir nämlich eine 1 1/2 ltr. Wasserflasche hinter dem Beifahrersitz geplatzt und das Wasser stand auf der Fußmatte. Es ist mir nicht gelungen, das zu trocknen, was zu dem Geruch nach nasser Hund vermehrt beigetragen hat. Als ich diesen Spruch loslasse, platzt der Mann beinahe vor Lachen. Ein anderer Mitarbeiter hat sich bereits meiner Tasche bemächtigt und diese im Bus verstaut. Keine Unterschrift, nichts ist erforderlich, nur noch mein Transport zum Terminal. In den 26 Miettagen bin ich 6451 km gefahren, der Gesamtspritverbrauch addiert sich auf 411,42 ltr., was einem Durchschnitt von 6,4 ltr./100 km entspricht.

Mit 23 kg geht meine Tasche zunächst mit
SQ 286 Richtung Singapore auf die Reise. Ich ersetze meinen defekten Kopfhörer im Duty free für die Kleinigkeit von 26 NZ$ endlich gegen einen neuen in moderner Form mit Bügeln zum auf die Ohren hängen von Panasonic. Auf dem Flug teste ich gleich und bin begeistert. SQ 286, Boing 777-300, verlässt Auckland pünktlich Richtung Singapore, der Flug geht u.a. über Brisbane, den Kakadu National Park und Darwin, alles ist super aus der Luft zu erkennen. Als Zeitvertreib schaue ich mir „Saving Mr. Banks“ an.

Singapore erreichen wir gegen 18:45 h nach einer Flugzeit von gut 10 Stunden. Mittels Skytrain wechsele ich von Terminal 3 auf Terminal 1 und suche zielstrebig die Rezeption des Transit Hotels auf. Hier bekomme ich für 14 SIN$ das Ticket für den auf der Dachterrasse liegenden Swimmingpool. Gestellt werden Handtuch, ein alkoholfreies Getränk freier Auswahl, ein Spind für das Gepäck sowie die Möglichkeit, zu duschen incl. aller Verbrauchsmaterialien nebst Fön. Das Wasser ist herrlich und ich schwimme in gut 30 Minuten meine Muskeln locker. Den Abschluss mache ich mit einem Jameson Irish Whiskey an der Poolbar. Danach suche ich mir einen Ruhebereich und mache für 2 Stunden die Augen zu ehe ich zum Einchecken für Flug SQ 026 nach Frankfurt gehe. Der Airbus A 380 verlässt Singapore ebenfalls pünktlich. Das ist wirklich das auch für den Passagier leiseste Flugzeug, mit dem ich je geflogen bin. Meine Filmauswahl lautet für diesen Flug: „Captain Phillipps“ sowie „Der Butler“, ansonsten schlafe ich etliche Stunden. Um 6:30 h erreichen wir Frankfurt und bereits gegen 7 h sitze ich im Auto gen Heimat.

Webadressen:
https://www.aucklandairport.co.nz/
https://www.changiairport.com/
Wetter:
Auckland: 16° Grad, Sonne bis Gewitter
Singapore: 28° Grad, Nacht
Frankfurt: 9° Grad, Sonne

 SQ 286, Boing 777-300

 
Singapore, Changi Airport, Pool auf dem Dach von Terminal 1

                Reiseroute Südinsel

 



Reiseroute Nordinsel


 Zu dieser Reise gibt es einen Film auf 2 DVD mit einer Länge von 45 min. (Südinsel) und 41 min. (Nordinsel)!